Duales Studium: Ja oder Nein? Pro oder Contra? Vorteile und Nachteile?

Warum sollte ich dual studieren? Diese Frage stellen sich viele Studieninteressenten. Du auch? Als kleine Hilfestellung für deine Entscheidung haben wir die Vorteile und Nachteile des dualen (Medien) Studiums aufgeschlüsselt und stellen sie dir hier vor.

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Fernsehen, Radio, Zeitschriften, Bücher, Internet – Die Vermittlung von medialen Inhalten ist Teil des täglichen Lebens. Ob es nun die täglichen Nachrichten sind, eine unterhaltsame Lektüre oder eine aufmerksamkeitsstarke Werbekampagne, wer in der Medien-Branche erfolgreich sein möchte, muss am Weltgeschehen teilhaben und seine Zielgruppe kennen. Praxisnähe ist der Schlüssel dazu. Aus diesem Grund kann ein duales Studium in diesem Bereich besonders vorteilhaft sein. In einem weiteren Artikel haben wir bereits einen allgemeinen Überblick über das Thema gegeben sowie alle Hochschulen aufgeführt, die ein duales Medienstudium anbieten. Doch bevor du dich entscheidest, solltest du auch einen Blick auf mögliche Nachteile werfen. Denn wie jede Medaille hat auch das duale Studium (egal ob im Medienbereich oder anderswo) zwei Seiten.

Vorteile eines dualen Studiums

Diese Vorteile bietet dir das besondere Studienmodell:

Praxisnah und aktiv – lernen und anwenden

Vorteile duales StudiumDurch den hohen Praxisanteil des dualen Studiums bzw. ‒ je nach Modell ‒ die parallel laufende Berufsausbildung ist ein frühzeitiger Einstieg in die Branche gewährleistet. Noch vor dem Bachelorabschluss gewinnst du Eindrücke davon „wie der Hase läuft.“ Das kann gerade in diesem von Kommunikation und Kontakten lebenden Wirtschaftszweig wegweisend sein. Theoretische Inhalte aus Vorlesungen und Seminaren nehmen (mitunter wortwörtlich) Format an, weil das Wissen im Betrieb gleich umgesetzt werden kann. Thematiken wie z. B. die Wirkung und Entwicklung der Massenmedien erhalten eine konkrete Dimension.

Berufsalltag kennenlernen und Kontakte knüpfen

Die Präsenz in der Firma bringt aber auch noch andere Vorteile mit sich. So lernst du zum Beispiel von vornherein den Arbeitsalltag z. B. einer Rundfunk- oder Fernsehanstalt, eines Verlags oder eines Softwareanbieter kennen, was den Berufseinstieg erleichtert. Dabei besteht auch die Chance, schon frühzeitig positiv aufzufallen und sich für eine Übernahme nach dem Studium zu profilieren. Während man nach einem theorielastigen Studium unter Umständen ins kalte Wasser springt, wächst man beim dualen Studium also bereits vor dem Abschluss in den Berufsalltag hinein.

Überschaubar und persönlich

Duale Studiengänge sind häufig überschaubar. Viele Absolventen berichten von kleinen Lern- und Studiengruppen, persönlichem Kontakt zu den Dozenten und einem hohen Anteil an Projektarbeit. Sicherlich hängt dies auch von der Bildungseinrichtung und dem Studiengang ab, doch oft geht es beim dualen Studium sehr persönlich zu, wovon die Teilnehmer profitieren. Durch den verzahnten Stunden-/Ausbildungsplan ist das Studium i. d. R. sehr gut strukturiert.

Zwei auf einen Streich

Ein erfolgreich abgeschlossenes duales Studium bringt doppelte Qualifikationen: Neben dem akademischen Abschluss winkt einschlägige Berufserfahrung, bei ausbildungsintegrierenden Studiengängen sogar noch ein weiterer staatlich anerkannter Abschluss. An der Fachhochschule Mainz etwa kann man Medien, Management & IT studieren und zeitgleich eine Ausbildung als z. B. Fachinformatiker/in oder Mediengestalter/-in machen.

Nachteile

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Bei einem dualen Studium wäre das zum Beispiel:

Höheres Pensum, weniger Zeit

Nachteile duales StudiumDie Zweigleisigkeit hat jedoch auch ihre Schattenseiten. Während andere z. B. Ausbildung und Studium nacheinander in fünf oder sechs Jahren durchlaufen, sind dual Studierende mit dem gleichen Lernpensum in nahezu der halben Zeit konfrontiert. Beziehungsweise, die Stundenzahl ist vielleicht identisch, muss jedoch innerhalb eines strafferen Zeitplanes bewältigt werden. Dies geht zu Lasten der Freizeit. Auch ein (weiterer) Nebenjob oder Nachwuchs sind in dieser Phase schwer unterzubringen.

Weniger „Studentenleben“

Zwar ist das Studium mit der Einführung des Bachelor- und Masterformats grundsätzlich kompakter geworden, doch kann man bei der regulären Variante eher in das Studentenleben eintauchen. So haben dual Studierende in der Regel keine Semesterferien bzw. vorlesungsfreien Zeiten, da diese meist für die Praxisphasen genutzt werden. Einige Urlaubszeiten bleiben zwar, sie sind aber mit denen von Arbeitnehmern vergleichbar. Wie hoch das Maß an Freizeit tatsächlich ist, hängt jedoch auch von der Finanzierung des Studiums ab. So müssen „normale“ Studenten häufig Nebenjobs ausüben, um über die Runden zu kommen, während das duale Studium (teilweise) vom Ausbildungsbetrieb finanziert wird bzw. mit eigenem Einkommen verbunden ist. Unter dem Strich kann es also sein, dass es auf das Gleiche herauskommt ‒ abhängig von der eigenen Lebenssituation.

Abbruch erschwert

atürlich sollte man (ob dual oder nicht) ein Studium grundsätzlich durchziehen. Doch es kann immer vorkommen, dass Erwartungen nicht erfüllt werden oder sich die persönlichen Umstände ändern. Vielleicht stellt man auch während des Studierens fest, dass die Fähigkeiten und Interessen ganz woanders liegen. Beim dualen Format ist es in solchen Fällen oft nicht so einfach auszusteigen oder zu wechseln, da man an einen betrieblichen Vertrag gebunden ist. Wenn etwa die Firma das Studium finanziert, müssen die bis dahin gezahlten Gebühren unter Umständen erstattet werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, klärt solche Dinge vorher ab. Dabei sollte man natürlich diplomatisch vorgehen ‒ Welcher Chef stellt schon gerne jemanden ein, der von vornherein einen Abbruch für möglich hält.


Unser Tipp: Vor- und Nachteile abwägen

Unser TippDas duale Studium hat in mehrfacher Hinsicht zwei Seiten. Einiges spricht dafür, manches auch dagegen. Um herauszufinden, ob es zu den eigenen Zielen passt, kann es hilfreich sein, z. B. eine Liste mit den Vor- und Nachteilen anzulegen. So ist schnell deutlich, was überwiegt. Da die Einschätzungen hier sehr unterschiedlich ausfallen können, ist dies eine Entscheidung, die jeder nur für sich treffen kann. Doch es gab und gibt viele Studierende bzw. Absolventen, die auch einmal an diesem Punkt waren. Daher noch ein Tipp: Wer z. B. auf Messen oder in Alumni-Foren Kontakte knüpft, bekommt Erfahrungsberichte aus erster Hand.

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