Diplom Medieninformatik an der LMU München – Ein Erfahrungsbericht

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Erfahrungen Studium LMU MünchenDass Akademiker im Bereich IT & Informatik begehrte Mitarbeiter sind, kann man sich aufgrund der fortschreitenden Technologisierung und Digitalisierung gut vorstellen. Der Lebenslauf von Robert Kowalski, bis Mai 2012 Student der Medieninformatik an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, spiegelt genau dies wieder: Studentenjobs bei einem großen Autohersteller und anderen Unternehmen sind darin genauso enthalten wie ein Auslandssemester inkl. intensiver Forschung, die auch in zurück in Deutschland weitergeführt wurde. Wir wollten mehr über sein Studium und die Jobmöglichkeiten wissen und haben Robert um ein Interview gebeten.



Hallo Robert, vielen Dank, dass du dir Zeit für unsere Fragen genommen hast. Wie kamst du zu dem Entschluss, ein Studium im Bereich Informatik aufzunehmen? Und wieso fiel die Wahl auf Medieninformatik?

Bereits während meiner Schulzeit war ich von Computern fasziniert und habe ich mich intensiv mit diesen auseinander gesetzt. So kam ich dann auch schnell zu meiner ersten Programmiersprache (Pascal) und schrieb meine eigenen ersten (DOS) Programme. Gerade als das langsam langweilig wurde, kamen mit grafischen Benutzeroberflächen, dem Internet und Java neue spannende Felder auf, in denen ich mich austobten konnte und ich fing auch an über Dinge wie Design und Bedienung nachzudenken. Diese Kombination von „Backstage“, also Programmierung und Vernetzung, und „Frontstage“, Dinge wie Design und Mensch Maschine Interaktion, war es dann auch, die mich für das Medieninformatik Studium begeisterte, da sich die „reine Informatik“ mehr backstage bewegt.

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Du hast dich für die LMU in München entschieden, eine der renommiertesten Universitäten in Deutschland? Was waren die ausschlaggebenden Gründe, neben diesem Renommee, für deine Studienwahl?

Die Medieninformatik ist vergleichsweise ein recht junger Studiengang und als ich anfing, boten erst sehr wenige Universtäten diesen überhaupt an, daher war meine Wahl sehr begrenzt. Allerdings spricht meiner Meinung nach sehr für die LMU München, dass man sich nicht in technischen Details (die man bei tieferem Interesse von selbst lernt) verliert, sondern auch die Möglichkeit hat, über den Tellerrand hinauszublicken und so viele der geisteswissenschaftlichen Bereiche, die eng mit der Medieninformatik verknüpft sind (z.B. Psychologie), kennenzulernen.

Ebenso spricht für die LMU das sehr große Zusatzangebot (Sprachkurse, Sportmöglichkeiten,…) und last but not least ist München eine der tollsten Städte überhaupt mit einer hohen Lebensqualität.





Kommen wir zu deinem Studium: Bist du so nett und gibst uns einen Einblick hinter die Kulissen und das Curriculum? Was sind die Studieninhalte? Kannst du uns ein paar Beispiele für besonders relevante und interessante Vorlesungen geben? Was lernt man dort? Lernt man nur vor dem Computer oder gibt es auch „theoretische“ Vorlesungen?

Die Studieninhalte orientieren sich natürlich stark an der klassischen Informatik und sind daher im Kern stark technisch-theoretisch. Man beschäftigt sich also mit Theorie und Praxis der Softwareentwicklung, Rechnerarchitekturen, Betriebssystemen, Datenbanken, Analysis und linearer Algebra. Diese Themen bilden dann den „Theoriegrundstock“ an Wissen für Medieninformatikbereiche wie Digitale Medien, Medientechnik, Mensch Maschine Interaktion oder Computergrafik.

Die Mensch-Maschine-Interaktion ist dabei besonders vielseitig und beschäftigt sich im Prinzip mit drei großen Säulen. Die erste sind die physiologischen und psychologischen Grundlagen der Informationsverarbeitung des Menschen. Die zweite beschäftigt sich mit der technischen Realisierung von Benutzerschnittstellen und Interaktionsstilen. Die dritte dreht sich schließlich um benutzerorientierte Entwurfsprozesse, Evaluationstechniken sowie Richtlinien und Standards für Benutzbarkeit.

Im Vergleich hierzu ist die Computergrafik zwar deutlich theoretischer, aber mindestens genauso interessant. Hier dreht sich alles darum wie ein Pixel auf den Monitor kommt. Sei es, wie Bildfilter, wie z.B. das Entfernen von roten Augen, funktionieren oder was eigentlich alles in einer Spielekonsole oder einem Computer passiert, damit wir vermeintlich banale Dinge wie eine 3D Szene auf dem Monitor sehen.

Anhand deines Lebenslaufs sieht man, dass du u.a. schon Erfahrungen im Bereich App-Entwicklung für iPhone und Android gemacht hast. In welchen Bereichen kann man denn als Medieninformatiker noch arbeiten? Worauf bereitet das Studium vor?

Die Einsatzgebiete für einen Medieninformatiker sind sehr breit gefächert. Hierzu gehören z.B. Forschung, Wirtschaft, Industrie, Handel oder der Dienstleistungssektor. Man hat also sehr viel Auswahl und kann sich während seines Studiums auch gut spezialisieren. Mir hat das Studium vor allem geholfen herauszufinden, welche Themen mich am meisten interessieren und so bin ich jetzt in der Lage einen Job zu wählen, der zu meinen Stärken und Vorlieben passt.

Natürlich interessiert uns auch, wie du das Studium an der LMU bewertest. Was sind die positiven Erfahrungen? Und gibt es auch nicht so gute?

Zu meinen positiven Erfahrungen gehört auf jeden Fall der Umgang mit den Professoren und Doktoranden der Medieninformatik. Sie sind offen, hilfsbereit und fast immer ansprechbar. Außerdem sind sie sehr motiviert und schaffen es ihre Begeisterung für die Medieninformatik auf die Studenten zu übertragen, was ebenfalls sehr zur positiven Lern- und Arbeitsatmosphäre beiträgt.

Nicht so gute Erfahrungen habe ich eigentlich keine. Lediglich, dass es ab und an in den Computer- und Arbeitsräumen etwas eng wird, könnte man als negativ auffassen. Allerdings lernt man so auch immer wieder neue Leute kennen, was das temporäre Ärgernis schnell vergessen macht.

Ein kurzer Schwenk zu den Jobaussichten: Da muss man sich als Absolvent eher weniger Sorgen machen, nach dem Studium einen Job zu finden, oder was ist deine Erfahrung?

Nein, Sorgen muss man sich auf absehbarer Zeit nicht machen. Allein durch den Informatik-Hintergrund ist man sehr breit aufgestellt und kommt für theoretisch jeden Job in der Softwareentwicklung in Frage. Durch die Medieninformatik ist man allerdings in der komfortablen Situation, dass man nicht nur Entwickler ist, sondern auch interdisziplinär aufgestellt ist. Dadurch sind auch Positionen an der Schnittstelle von Entwicklung und Management möglich aber auch „Klassiker“ wie Werbeagenturen, Verlage, Telekommunikations- oder Automobilunternehmen sind denkbar.

Unsere letzte Frage: Hier lesen ja auch immer wieder Studieninteressenten mit, die noch nicht richtig wissen, für welchen Studiengang sie sich entscheiden sollen. Für wen würdest du denn ein Studium im Bereich Medieninformatik empfehlen? Welcher Typ sollte man sein? Oftmals herrscht ja das Klischee vom „Nerd“ vor – in der Realität sieht das nicht ganz so aus, oder?

Das Klischee des „einsamen Nerds“ trifft man in der Informatik zwar ab und zu an, ist aber inzwischen eher die Ausnahme. Und gerade in der Medieninformatik ist der Frauenanteil mit 30-40% auch sehr hoch.

Neben dem offensichtlichem Interesse für die Informatik per se, sollte man vom Typ her auf jeden Fall offen und vielseitig interessiert sein, weil man viel in Teams und an verschiedensten Problemen arbeitet. Ebenso wichtig ist eine gewisse Begeisterung für Medien, Technologien und deren Funktionsweisen. Eine Prise Kreativität schadet ebenso wenig wie eine gewisse Frustresistenz, weil in der Informatik eigentlich selten etwas sofort funktioniert und man teilweise schon lange tüfteln muss, bis man eine Lösung hat. Programmierfähigkeiten sind zu Beginn zwar hilfreich, aber nicht notwendig.

Robert, vielen Dank für die ausführlichen Antworten rund um dein Studium. Wir wünschen dir alles Gute und vor allem eine erfolgreiche Karriere.

Vielen Dank! Unter www.mimuc.de bekommt man übrigens noch deutlich mehr Informationen, Einsichten und Erfahrungsberichte zum Medieninformatik Studium an der LMU.

Erfahrungsbericht vom

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