Die ersten Tage an der Hochschule

Eine neue Stadt, die ersten eigenen vier Wände, viele unbekannte Menschen – und nun beginnt das Studium. Werde ich mit dem Lernen zurechtkommen, die Finanzierung schaffen? Wie organisiere ich das alles überhaupt? Auch wenn sich wohl jeder auf diesen spannenden, neuen Lebensabschnitt freut ‒ sobald es auf den Campus zugeht, haben viele Studienbeginner einen Kloß im Hals. Keine Sorge: Mit den Tipps, die wir zusammengestellt haben, wird sich der Dschungel der Unklarheiten schnell lichten.

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Unterschiedliche Hochschulen = mehr oder weniger Anonymität

Uni Studium ErstsemesterWorauf du dich genau einstellen musst, hängt sehr von der Art der Hochschule ab. Wenn du dich beispielsweise für das Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaft an einer Universität entschieden hast, wirst du zunächst eher mit einem Gefühl der Anonymität und Unübersichtlichkeit konfrontiert werden als bei einem Studium an einer kleineren Akademie oder Fachhochschule. Doch auch an der Uni wirst du dich nach der Eingewöhnungszeit sicher bald zurechtfinden und Kontakte knüpfen, denn in z. B. Seminaren kommt man immer wieder mit denselben Kommilitonen zusammen.

Jede Hochschulform hat ihre Vor- und Nachteile, die großen Bildungseinrichtungen verfügen zum Beispiel oft über eine vielseitigere Infrastruktur und ein breiteres Angebot an Beratungsstellen. Eines bedeutet der Studienstart auf jeden Fall: Das erwachsene Leben beginnt spätestens jetzt. Viele Dinge, die zuvor Lehrer oder Eltern übernahmen, sind nun selbstständig zu organisieren. Es gibt dabei aber Unterstützung von allen möglichen Seiten, und Selbstständigkeit bedeutet auch mehr Freiheit.

Einführungsveranstaltungen nutzen

Einführung StudiumViele Hochschulen begrüßen ihre „Erstis“ mit speziellen Einführungsprogrammen zum Studienstart. Mal handelt es sich um eine mehrstündige oder eintägige Veranstaltung, mal um eine ganze Einführungswoche. Diese Veranstaltungen finden in der Regel vor Semesterbeginn statt, und die Teilnahme ist normalerweise freigestellt. Doch es lohnt sich, diese extra Zeit zu investieren. Du erhältst Tipps für die Organisation des Studiums, erfährst Wissenswertes über die Hochschule und kannst schon einmal andere Studienbeginner kennenlernen. Oft gehört auch ein buntes Rahmenprogramm dazu, etwa eine Erstsemesterparty, eine von höheren Semestern durchgeführte Kneipentour oder eine „Campus-Rallye“, bei der man die Uni auf besondere Weise kennenlernt.





Spezielle Vorbereitungskurse

Andere Veranstaltungen dienen dazu, eventuell vorhandene Wissenslücken zu füllen. Je nach Studiengang bieten Präsenzveranstaltungen die Möglichkeit, z. B. das Abiturwissen in Mathematik aufzufrischen oder einen Sprachkurs zu besuchen. In bestimmten Fällen ist die Teilnahme an die Zulassung gebunden. Diese Kurse beginnen oft einige Wochen vor dem Semester, man sollte sich bei Bedarf also schon sehr früh informieren.

Übergreifende und fachbezogene Infos

Besonders an den größeren Hochschulen gibt es auch übergreifende Einführungsveranstaltungen, die sich z. B. an alle Lehramtsstudenten richten. Dabei kann es vorkommen, dass sich Hunderte von Erstsemestern im Audimax drängen und man das Gefühl hat, viele gar nicht relevante Informationen zu erhalten. Oft berichten Studenten, dass sie eher von den Einführungstagen der Fachschaft profitierten. Dennoch kann es nicht schaden, auch an den großen Veranstaltungen teilzunehmen, denn die eine oder andere Information ist dann doch hilfreich. Und: Nutze die Infobroschüre für Erstsemester, die an vielen Hochschulen verteilt wird. Sie enthält neben Tipps und Infos zum Studium auch Lagepläne, Erklärungen zu Begriffen. Alternativ sind die Infos meist online zu finden.

Hilfreich: Die Fachschaften

Studium Erstsemester FachschaftImmer wieder hört man, dass es vor allem die tatkräftige Unterstützung der Fachschaften war, die beim Studienbeginn geholfen hat. Genau genommen müsste es heißen: Die höheren Semester in der Fachschaft oder der Fachschaftsrat (die gewählten Vertreter der Studierenden). Denn zur Fachschaft gehören i. d. R. alle Studenten eines Instituts, einer Fakultät oder eines Fachbereichs ‒ also auch du, sobald du dich eingeschrieben hast. Mit der Immatrikulation an der Hochschule wird man automatisch Mitglied der jeweiligen Fachschaft, so verhält es sich zumindest in den meisten Bundesländern. Oft haben diese Instanzen eine eigene Webseite. Die Vertreter des Fachbereichs Medien der FH-Düsseldorf sind zum Beispiel unter www.fachschaftmedien.de erreichbar. Dort gibt es auch Informationen für Erstsemester. Viele Fachschaften verteilen im Rahmen der Einführung z. B. auch Stundenpläne und Bücherlisten.

Sich Orientierung verschaffen

Zurecht finden an der UniEs ist ein wenig wie auf Reisen: Auf eigene Faust unterwegs, sieht man viele Dinge anders bzw. entdeckt Seiten einer Einrichtung, an denen man in der Gruppe eher vorbeilaufen würde. Daher empfehlen wir zusätzliche einen Alleingang durch die Hochschule, möglichst bereits vor Studienbeginn: Welche Wege zur Mensa sind am kürzesten (bei der Gelegenheit kannst du schon einmal das Essen probieren)? Gibt es ein Studenten-Café oder ein Schwarzes Brett mit Inseraten für Nebenjobs, WG-Zimmer & Co.? Wo befinden sich die Büros meiner Dozenten und das Prüfungsamt? Wo liegen die für mich relevanten Seminarräume? Wo hat der AStA(Allgemeine Studierendenausschuss) seinen Sitz? ‒ Dies ist übrigens das politische Gremium der Studenten und eine Möglichkeit, sich selbst zu engagieren.

Einrichtungen und Ausweise

AusweisRäumlichkeiten wie die Bibliothek oder das Rechenzentrum solltest du dir besonders genau ansehen. In Ersterer wirst du einen großen Teil der Lernzeiten verbringen, Letzteres bietet umfassenden IT-Service, von der Passwortvergabe für das Hochschulnetzwerk bis hin zu PC-Arbeitsplätzen. Übrigens, die Studentenvertretungen organisieren oftmals auch einen eigenen Rundgang durch die Hochschulbibliothek. Und vergiss nicht, dir einen Benutzerausweis ausstellen zu lassen. Auch die Standorte der hochschulinternen Fotokopierer sollte man kennen. Für die Nutzung ist i. d. R. eine Kopierkarte erforderlich. Auch beim Hochschulsport solltest du dich anmelden, es ist die perfekte Gelegenheit für körperlichen Ausgleich und neue Kontakte. Und in einer ruhigen Minute empfiehlt sich ein Blick in die Studien- und Prüfungsordnung.

Unterstützung bei Problemen

Während der gesamten Studienzeit kannst du dich bei Fragen oder Sorgen an verschiedenste Beratungsstellen wenden. Je nach Hochschule stehen oft sehr vielfältige Instanzen zur Verfügung. An Universitäten gibt es in der Regel das allgemeine Campus Center und zusätzlich eine Beratung an den jeweiligen Fakultäten. Außerdem befinden sich dort z. B. das Semesterticketbüro, die Beratungsstelle des AStA, Frauenbeauftragte, das Familienbüro und eine Beratung für Studierende mit Behinderungen. Wenn es auf den Abschluss zugeht, solltest du dich an den Career Service und/oder die Berufsinformationszentren wenden. Als übergreifende Einrichtungen stehen psychologische Beratungsstellen und (in rund 60 Städten) das Studentenwerk zur Verfügung. Studienbeginner können sich an manchen Hochschulen obendrein an spezielle Vertrauenspersonen aus höheren Semestern wenden. Verschaffe dir rechtzeitig einen Überblick (am besten alle wichtigen Kontaktpersonen und -daten notieren!) und nur keine falschen Hemmungen: Das Angebot ist zur Unterstützung gedacht und darf genutzt werden.

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