Das Motivationsschreiben / Bewerbung für ein Medien Studium

Zu den erforderlichen Bewerbungsunterlagen für Medienstudiengänge, aber auch zur Bewerbung auf einen Job, einen Ausbildungsplatz oder für einen Studienplatz im Ausland gehört oftmals das sogenannte „Motivationsschreiben“. Um was es sich dabei handelt, geht schon aus dem Begriff hervor: Das Schreiben erklärt, was deine Motivation für das Studium oder den Job ist und weshalb du damit besonders gut zurechtkommen wirst.

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Derzeit sind es vor allem die zulassungsbeschränkten Medienstudiengänge, für die ein Motivationsschreiben verlangt wird. Bei der Bewerbung für ein Auslandsstudium oder Auslandssemester wird es fast immer verlangt. Das Motivationsschreiben kann also ein entscheidender Faktor beim Auswahlverfahren sein.

Inhalt, Umfang und Aufbau des Motivationsschreibens

Konkrete Richtlinien oder eine Patentlösung gibt es für diesen Teil der Bewerbung nicht. Doch das Motivationsschreiben sollte seinem Namen gerecht werden – Kernaussage ist die Antwort auf die Frage: Warum dieser Studiengang und warum ich? Um dies hinreichend begründen zu können, müssen zum einen deine dafür relevanten Interessen und Fähigkeiten einfließen und zum anderen deine beruflichen Ziele. Die Aussagen „Ich bin perfekt geeignet für dieses Studiengang, weil …“ und „Dieser Studiengang wird mich in die angestrebte Richtung führen, weil …“ sollten mit diesem Schreiben in jedem Fall ausreichend beantwortet werden.

Umfang des Motivationsschreibens

Das Motivationsschreiben sollte einen Umfang von zwei DIN-A4 Seiten nicht überschreiten. Besser ist immer eine Seite. Das Motivationsschreiben soll kein Roman mit ausschweifenden Sätzen werden. Fass dich kurz, aber formuliere präzise.

Bei der Anordnung der Bewerbungsunterlagen folgt das Motivationsschreiben auf Anschreiben und Lebenslauf, es liegt in der Mappe also an dritter Stelle. Daher wird es auch oft als „dritte Seite“ einer Bewerbung bezeichnet.

Aufbau des Motivationsschreibens

Ansprechpartner: Es ist immer gut, den Ansprechpartner zu kennen, an den man sein Motivationsschreiben richtet. Kannst du diesen nicht aus der Stellenanzeige oder den Informationen der Hochschule entnehmen, dann erkundige dich dort, an wen du dein Schreiben richten sollst.

Einleitung:Soll deutlich machen, worum es geht und neugierig auf den Rest des Schreibens machen.

Zwischenüberschriften: Sind kein Muss, können aber helfen, dein Motivationsschreiben sinnvoll zu gliedern.

Hauptteil: Hier kommt es darauf an, dass du ohne große Umschweife erklärst, warum du der/die Richtige für den Studienplatz, Ausbildungsplatz oder Job bist. Stelle deine relevanten Kenntnisse und Fähigkeiten sowie Qualifikationen heraus, schildere deine bisherigen Erfahrungen. Dabei kannst du auf bisherige berufliche Erfahrungen, Hobbys oder persönliches Engagement zurückgreifen. Wichtig ist nur, dass alles im Bezug zu dem Job oder Studienplatz steht, für den du dich bewirbst.

Bei der Erläuterung deiner Kenntnisse und Fähigkeiten ist es immer sinnvoll, diese auch mit Beispielen zu belegen und nicht einfach nur aufzulisten.

Um Individualität zu beweisen, sollte man Standardformulierungen im Motivationsschreiben unbedingt vermeiden. Sogar bei der Gestaltung gibt es etwas Spielraum. Speziell im Medienbereich kann sich ein kreatives i-Tüpfelchen sehr gut machen, etwa ein einleitendes Zitat einer bekannten Persönlichkeit (die Aussage sollte allerdings zum Thema passen). Die Ausschmückung sollte jedoch nicht übertrieben werden, da es hier vorrangig um die Inhalte geht.

Schluss: Hier kannst du noch einmal sagen, dass du dich über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch freust.

Wichtig: Achte immer auf die Vorgaben der Hochschulen. Welche Angaben werden zu Umfang und Formatierung gemacht? Gibt es hier konkrete Angaben, dann halte dich in jedem Fall daran. Ein Nichtbeachten kann zum Ausschluss aus dem Bewerbungsverfahren führen.

Beispiel für ein Motivationsschreiben

Damit du dir ein Motivationsschreiben vorstellen kannst, haben wir auch hier eine Vorlage für ein Motivationsschreiben erstellt.

Weitere Tipps zum Motivationsschreiben

Den Studiengang kennen
Wer sich nicht ausreichend über die Inhalte des Studiengangs informiert hat, kann mit dem Motivationsschreiben schnell in ein Fettnäpfchen treten. Hier zur Verdeutlichung ein extremes Beispiel: „Da mich die betriebswirtschaftlichen Inhalte und Medien gleichermaßen interessieren und ich gerne im Management arbeiten möchte, ist der Studiengang Medienwissenschaften wie geschaffen für mich …“ ‒ Das geht an der Realität vorbei. Passender wäre in diesem Fall der Studiengang „Medienmanagement“, während Ökonomie in den Medienwissenschaften i. d. R. ein weniger starkes Gewicht hat und dieser Studiengang (wie der Name schon sagt) mehr den Forschungsaspekt als Führungsqualifikationen in den Vordergrund stellt. In diesem Fall sind die Unterschiede ziemlich offensichtlich, doch es kann auch vorkommen, dass der gleiche Studiengang an verschiedenen Hochschulen andere Schwerpunkte setzt oder verschiedene Vertiefungen ermöglicht. Ziel des Motivationsschreibens ist also auch zu sehen, ob die Bewerberin oder der Bewerber wirklich weiß, was sie/ ihn erwartet.

Die Unterschiede der einzelnen Medienstudiengänge werden hier übrigens näher erläutert.

Heb dich von der Masse ab
Die Medien leben von Kreativität und Präsentation. Das Motivationsschreiben passt also bestens in diese Branche, auch wenn es natürlich genauso in anderen Berufsfeldern ein Thema ist. Es ist eine Möglichkeit, sich selbst und seine Fähigkeiten optimal zu präsentieren. Während Lebenslauf, Zeugnisse und andere Bewerbungsunterlagen doch oft ein gewisses (Noten-)Schema wiedergeben, ist in diesem ergänzenden Schreiben Platz für Individualität und kreative Selbstdarstellung. Zwar dient es in erster Linie dazu, Fehlentscheidungen vorzubeugen ‒ die Hochschule möchte daran erkennen, ob sich der Bewerber mit dem Studiengang auseinandergesetzt hat und diesen wirklich durchziehen möchte. Doch zugleich kannst du es nutzen, um dich im Auswahlverfahren auf positive Weise abzuheben.

Orientierungshilfe für deine Zukunft
Schon die Beschäftigung mit den Inhalten bzw. das Verfassen des Textes können dich persönlich weiterbringen: Wer seine Stärken, Interessen und Beweggründe intensiv durchleuchtet, stellt unter Umständen fest, dass der angestrebte Studiengang doch nicht ganz der richtige ist. Es könnte zum Beispiel passieren, dass dir beim Nachdenken über langfristige berufliche Ziele ein spezieller, erforderlicher Masterstudiengang auffällt, für den jedoch ein anderer Bachelorabschluss erforderlich ist als der bislang anvisierte.

Gut vorbereitet für den nächsten Schritt
Auf die schriftliche Bewerbung folgt auch bei manchen Studiengängen (besonders bei privaten Akademien & Co.) ein persönliches Vorstellungsgespräch oder Aufnahmetest, bei dem man sich natürlich auch von seiner besten Seite zeigt. Wer sich vorher bereits in Ruhe damit beschäftigt hat, reagiert in dieser eher aufregenden Situation oftmals gelassener. Die Antworten auf Fragen zum Studium kommen flüssiger, und man kann seine Worte mit größerer Überzeugung rüberbringen.

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