Schrumpfender Zeitungsmarkt stellt Absolventen des Medienmanagements vor Herausforderungen

Wie eine Untersuchung des Leipziger Kommunikations- und Medienwissenschaftlers Dr. Tobias D. Höhn nunmehr schwarz auf weiß belegt, unterliegt der deutsche Zeitungsmarkt einem starken Wandel. Nicht zuletzt die eingestellte Financial Times, die Pleite gegangene Frankfurter Rundschau und etliche Redaktionsschließungen regionaler Zeitungen zeigen den Schwund redaktioneller Vielfalt. Im Zeitraum von 1989 bis 2012 ist die Zahl der Abonemmentzeitungen (überregionale, regionale und lokale Tageszeitungen) von 387 auf 322 zurückgegangen. Schrumpfungsprozesse am Zeitungsmarkt hat es allerdings schom immer gegeben. Viel beunruhigender ist jedoch der Umstand, dass zunehmend mehr Redaktionen bei der inhaltlichen Erstellung der Zeitung auf die Artikel sogenannter Mantelredaktionen zurückgreifen. Dadurch unterscheiden sich die überregionalen Bestandteile der Zeitungen ( Wirtschaft, Sport, Kultur und Politik) immer weniger voneinander. Verlagseigene Redaktionsgemeinschaften sollen „durch investigative Recherche, tiefere Analysen, die große Reportage und den außergewöhnlichen Leitartikel“ (DuMont‐Redaktionsgemeinschaft 2013) die Qualität der Produkte verbessern. Doch lässt sich ein finanzielles Interesse dahinter nicht verbergen. Hier werden Kosten zu Lasten der journalistischen Vielfalt eingespart.

Deutlich wird, dass der Zeitungsmarkt unter dem Wandel der Nutzungsgewohnheiten zu leiden hat. Statistische Auswertungen belegen, dass die über 50-Jährigen für die Zeitungslektüre durchschnittlich 34 min aufwenden. Die Gruppe der 14 – 29-Jährigen nutzt die Tageszeitung durchschnittlich nur ca. zehn Minuten zur Informationsbeschaffung. Dafür liegt der Wert der Internetnutzung in dieser Zielgruppe sehr viel höher. Auch der Informationscharakter des Mediums wird von den 14 – 29-Jährigen viel stärker genutzt. Davon profitieren auch die Printmedien, die im Internet mit einer starken Marke vertreten sind.

Dieser Aspekt stellt für Absolventen des Medienmanagements die größte Herausforderung dar. Wie kann ich die Nutzer dafür gewinnen, für meinungsstarke, qualitativ hochwertige und gut recherchierte Artikel auf den Internetportalen zu bezahlen. Welche Strategien versprechen den größten Nutzen, um Print- sowie Internetmedien wirtschaftlich gesund zu betreiben und dabei die journalistische Vielfalt zu bewahren.

Die ganze Untersuchung mit Grafiken und Karten ist online auf http://aktuell.nationalatlas.de abrufbar.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft