Sind die Neuen Medien schuld an der Politikverdrossenheit junger Menschen?

Dieser Frage geht eine Studie nach, die an der Hamburg Media School durchgeführt wird. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen derzeit davon aus, dass junge Erwachsene und Jugendliche über wenig politisches Wissen verfügen. Weshalb der Anteil derer, die nicht mehr am politischen Prozess teilnehmen wollen, seit Jahren steigt. Forscher vermuten, dass dies am Umgang mit den Neuen Medien begründet liege. Das Internet und die sozialen Medien als Quellen der politischen Bildung entwickelten damit weniger Bindungskraft als die klassischen Medien Tageszeitung und Fernsehen. Eine Langzeitstudie will diesen Zusammenhang auf den Grund gehen.

Vor allem der Widerspruch zwischen redaktionellen Beiträgen und user-generated content im Internet wird dabei als problematisch erachtet. Unklar ist, wie der Leser zwischen den zahlreichen Angeboten auswählt und dabei relevante und nützliche Informationen herausfiltert. Fraglich ist weiterhin, wie die ausgewählten Informationen das politische Wissen beeinflussen. Die Untersuchung soll auch klären, wie die politische Bildung auf die neuen Informationskanäle reagieren kann, um den jungen Menschen Wege aufzeigen zu können, wie sie das Internet zielführend und effektiv einzusetzen vermag.

Im Rahmen der Studie wird von April 2013 bis April 2014 der Zusammenhang zwischen individueller Qualitätsbeurteilung der gelesenen Nachrichten und dem politischen Wissen untersucht. Mehr Informationen zur Studie und zur Teilnahme können unter medienundlernen abgerufen werden