Was sind die Studienabschlüsse Bachelor und Master?

War vor einigen Jahren noch das Diplom der gängigste aller Studienabschlüsse, wurde dieser inzwischen von Bachelor und Master abgelöst. Wie es dazu kam und worin die Vorteile des neuen Systems der Studeinabschlüsse liegt, erläutert der nachfolgende Artikel.

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Bologna ProzessWer sich für ein Studium im Bereich Medien (oder aber auch in nahezu allen anderen Bereichen) interessiert, wird an den neuen Studienabschlüssen nicht mehr vorbei kommen. Mittlerweile haben der erste Studienabschluss Bachelor sowie der weiterführende Abschluss Master die ehemaligen deutschen Abschlüsse wie Diplom oder Magister nahezu vollständig ersetzt. Der Grund dafür ist der sogenannte Bologna-Prozess. Er ist nach dem Ort in Italien benannt, an dem im Jahre 1999 die Bildungsminister 19 europäischer Staaten zusammengesetzt und eine umfassende Neuorganisation des Hochschulwesens beschlossen haben. Bis zum Jahr 2010, so war damals die Ansage, sollten europaweit alle nationalen Studienabschlüsse auf die neuen und international gültigen und besser vergleichbaren Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt werden.

Warum wurde der Bologna-Prozess überhaupt beschlossen? Was sind seine Vorteile?

Ziel der Reform ist die Schaffung eines übergreifenden europäischen Hochschulraums. Innerhalb dieses großen, übergeordneten Zieles gibt es nochmal drei große Unterziele. Das sind:

Förderung von Mobilität

Einem Studenten, der seinen Bachelorabschluss in Berlin gemacht hat, soll es ebenso einfach möglich sein, einen Master in Rom zu machen, wie einem Studenten, der auch in Italien studiert hat. Bisher war dies durch die unterschiedlichen Studienabschlüsse mit unterschiedlichen Schwerpunkten in der Lehre oftmals ein langwieriges Unterfangen.

Außerdem soll auch schon die Mobilität innerhalb der Studienzeit, also beispielsweise das Ableisten von Auslandssemestern, vereinfacht werden. Auch für die Lehrenden (Professoren und Dozenten) soll es durch die Bologna-Reform vereinfacht werden, sich mit Kollegen über Ländergrenzen hinweg auszutauschen und zu forschen. Zumindest bei der Zahl der Auslandssemester scheint die Bologna-Reform zu wirken. Laut Deutschen Akademischem Auslandsdienst (DAAD) gingen im Semester 2009/2010 rund 29.000 Studierende ins Ausland – so viele wie noch nie zuvor.

Förderung von internationaler Wettbewerbsfähigkeit

Durch die in nahezu ganz Europa einheitlichen Studienabschlüsse soll den Studienabgängern eine höhere Wettbewerbsfähigkeit bei internationalen Karriereoptionen ermöglicht werden. Der Hochschulabsolventen aus Amerika soll nun besser mit einem europäischen Absolventen vergleichbar sein. Dafür sorgen auch die sogenannten ECTS-Punkte. ECTS steht für European Credit Transfer System und ist ein System, mit dessen Hilfe die erbrachten Leistungen im Studium genau definiert und somit vergleichbar gemacht werden.

Förderung der Beschäftigungsfähigkeit

Die Bachelorstudiengänge sind auf eine Studierzeit von drei bis maximal vier Jahren ausgelegt. Danach sind die Absolventen qualifiziert für den Einstieg in das Berufsleben und können erste Praxiserfahrungen sammeln. Nur, wer sich dann noch weiterqualifizieren möchte oder muss, der soll einen Master machen. So weit war zumindest die Planung der Bildungsminister. Heute ist es aber anders gekommen und überdurchschnittlich viele Bachelor-Absolventen bewerben sich für Masterstudiengänge, so dass die Hochschulen teilweise an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Hier muss noch nachgebessert werden.

Sind Bachelor- und Masterabschlüsse in der Wirtschaft anerkannt?

Dies war einige der Hauptsorgen, mit der sich die ersten Studierenden in den Bachelorstudiengängen plagten. Ist mein neuer Abschluss genauso anerkannt wie die alten Abschlüsse Diplom oder Magister? Aber die Frage war unberechtigt, denn zum einen hatte die Wirtschaft gar keine andere Möglichkeit, als sich auf die neuen Nachwuchsführungskräfte mit Bachelor- und Masterabschluss einzulassen und zweitens bestätigen mittlerweile mehrere Studien, dass die Bachelor-Absolventen nicht länger nach dem ersten Job suchen, als die damaligen Diplom- oder Magister-Absolventen.

Dadurch, dass es sowieso keinen Weg zurück gibt, werden die neuen Abschlüsse in der Zukunft zu einer Selbstverständlichkeit werden und die Hochschulabsolventen werden keine Nachteile zu befürchten haben.

Wo finde ich weitere Informationen?

Auf diesem Studiengangsportal beschäftigen wir uns hauptsächlich mit den Medienstudiengängen in Deutschland. Daher haben wir nachfolgend eine kleine Linkliste zusammengestellt, wo man sich sehr ausführlich und aus erster Hand weitergehend über den Bologna-Prozess informieren kann:

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