Studienfinanzierung

Was kostet ein Studium? Und wie kann man das Studium finanzieren? Bevor es wirklich ans Studieren geht, gibt es eine Menge zu tund und viele Fragen sind zu klären. Natürlich ist gerade die Frage nach der Finanzierung den meisten Studieninteressenten besonders wichtig. Worauf du achten und was du wissen musst, haben wir für dich zusammengefasst.

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Eine standfeste Finanzierung für ihr Studium auf die Beine zu stellen, ist für die meisten Studieninteressenten eine der größten Herausforderungen vor dem Studienbeginn. Wer keine gut bis sehr gut verdienenden Eltern hat, der ist auf eine genaue Planung angewiesen, wie das Studentenleben finanziell bewältigt werden kann. Und so ein Leben als Student ist nicht günstig. Zu den Ausgaben für Lern- und Schreibmaterialien, Bücher, Semestergebühren und Sozialbeitrag kommen Kosten für Unterkunft (WG / eigene Wohnung), Verpflegung, Kleidung, Telekommunikation und natürlich möchte man auch die eine oder andere Studentenparty besuchen. Wir geben einen Überblick über das Thema Studienkosten und Studienfinanzierung.

Was kostet ein Studium?

Laut der 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks im Jahr 2012 verfügen die Studierenden in Deutschland über durchschnittlich 864 Euro im Monat.
Studium finanzieren
(Höhe der monatlichen Einnahmen in den vergangenen Jahren)

Wobei diese Zahl allein irreführend ist, denn die Spanne reicht von gerade einmal 400 Euro pro Monat bis hin zu über 1.300 Euro im Monat, die die Studierenden zu Verfügung haben. Innerhalb dieser Spanne liegen dennoch die meisten Studierenden zwischen 600 und 900 Euro monatlichen Einnahmen.

Studium Einnahmen
(Einnahmenverteilung 2012 – Studierende nach der Höhe der monatlichen Einnahmen)

Wie kommen diese verschiedenen Gelder zusammen? Ein Großteil der Studierenden greift bei der Studienfinanzierung auf einen Mix von Elternunterstützung, BAföG und studentisches Jobben zurück. Wie die nachfolgende Grafik zeigt, sind die Eltern das wichtigste Standbein bei der Finanzierung des Studiums.

Studium Finanzierung


Wie kann man sein Studium finanzieren?

Welche Möglichkeiten es neben den oben zu sehenden Optionen „Eltern“, „BAföG“ und „Jobben“ noch gibt, möchten wir dir mit diesem Artikel aufzeigen. So kannst du dir einen schnellen Überblick verschaffen und deine individuelle Studienfinanzierung planen.

1. Möglichkeit: Eltern

Wie bereits beschrieben, sind Eltern für eine vernünftige und sichere Finanzierung des Studiums unverzichtbar. Die Unterstützung ist dabei immer ganz individuell geregelt, es kann von der Überlassung des Kindergelds bis hin zu einer Komplettförderung gehen. Laut §1601 des Bürgerlichen Gesetzbuches sind Eltern sogar gesetzlich verpflichtet, ihre Kinder bei der Berufsausbildung/ dem Studium zu unterstützen.

2. Möglichkeit: BAföG

BAföGSeit dem Jahr 1971 gibt es das sogenannte Berufsausbildungsförderungsgesetz, was jeder unter der Abkürzung BAföG kennt. Es soll eine Chancengleichheit in der Bildung garantieren, indem es auch Studieninteressierten aus einkommensschwachen Familien eine Studienfinanzierung ermöglicht. Ob man förderungswürdig ist oder nicht, hängt von vielen Faktoren an. Es kommt unter anderem auf das Einkommen der Eltern, auf die Anzahl der Geschwister, auf deine persönliche Situation (verheiratet oder ledig) und auf deine Ersparnisse und Einkommen an. Entsprechende Daten werden bei der Beantragung des BAföGs abgefragt und fließen dann in die Berechnung des monatlichen Förderbetrags mit ein.

Das BAföG muss man nach dem Ende des Studiums maximal zur Hälfte an den Staat zurückzahlen. Um mit der Rückzahlung zu beginnen, hat man maximal fünf Jahre nach Studienabschluss Zeit, mit der dann fälligen Monatsrate von mindestens 105 Euro zu beginnen. Dann hat man 20 Jahre Zeit, das erhaltene BAföG zurückzuzahlen. Alle Infos unter www.das-neue-bafoeg.de.


 

3. Möglichkeit: Jobben als Werkstudent oder auf 450-Euro-Basis

Arbeiten als Student ist nicht nur positiv für den Geldbeutel, sondern auch für den Kopf und die eigenen Fähigkeiten. Denn wer neben dem theoretischen Studium noch ganz praktisch arbeiten geht, kann das in der Hochschule Gelernte direkt in die Praxis umsetzen und sammelt wertvolle Praxiserfahrung. Studierende werden meistens als Werkstudenten oder auf 450-Euro-Basis eingestellt. Der Unterschied liegt zum einen in der Auswirkung auf die BAföG-Förderung (450-Euro-Jobs werden nicht mitgezählt) und zum anderen in den maximalen Verdienstmöglichkeiten. Bei einem 450-Euro-Job ist man erst ab dem 451. Euro sozialversicherungs- und abgabenpflichtig.

Du siehst, bei der Wahl des richtigen Studentenjobs gibt es einiges zu beachten. Das Studentenwerk hat einen nicht ganz übersichtlichen, aber sehr informativen Flyer zusammengestellt. Hier gibt es das PDF. Darüber hinaus hat das Finanzamt Brandenburg auch einige hilfreiche Tipps für jobbende Studenten verfasst. Wer jetzt mit der Jobsuche loslegen will, ist vielleicht bei Jobruf, einer Studentenvermittlung, richtig.

4. Möglichkeit: Stipendium

StipendiumDas ist wohl sicherlich eine der interessantesten Möglichkeiten, sich sein Studium zu finanzieren. Im Gegensatz zu anderen Methoden musst du das Geld nicht zurückzahlen und erhältst obendrein meistens noch wertvolle Kontakte. Außerdem macht sich so ein Stipendium ziemlich gut im Lebenslauf, denn ihm haftet ja immer noch ein exklusiver Ruf an. Dieser Ruf begründet oft auch die falsche Einstellung von vielen, die kein überragendes 1er-Abi gemacht haben. „Ich kriege eh kein Stipendium“ ist eine oft gehörte Ausrede, warum man sich keine Mühe gemacht hat und die Anbieter recherchiert hat. Dabei stimmt die Aussage nicht. Natürlich ist es bei den großen bekannten Stiftungen schwierig, ein Stipendium zu bekommen. Aber es gibt in Deutschland hunderte kleine Stiftungen, Institutionen und auch Privatpersonen, die Studierende fördern. Eine umfassende Recherche auf Portalen wie http://www.stipendienlotse.de oder http://www.e-fellows.net/forms/stipdb hilft dir sehr weiter. Und dann klappt es vielleicht auch mit dem geschenkten Geld.

5. Möglichkeit: Bildungskredit der KfW Bank

Der Bildungskredit ist ebenso wie das BAföG eine staatlich initialisierte Förderungsmöglichkeit für Studierende. Er ist gedacht für diejenigen, die kein BAföG erhalten und/oder durch punktuell auftretende sehr hohe Ausgaben im Studium eine weitere Unterstützung benötigen. Im Gegensatz zum BAföG spielt bei der Beantragung des Bildungskredits die finanzielle Situation von dir und deinen Eltern keine Rolle. Dafür muss man die ausgezahlte Summe mit einer niedrigen Verzinsung auch wieder komplett zurückzahlen. Maximal ist eine Förderung von 7.200 Euro möglich, die in Monatsraten von 100, 200 oder 300 Euro gezahlt wird.

Umfangreiche Informationen findest du auf der Seite der KfW Bank.

6. Möglichkeit: Studienkredite/ Bildungsdarlehen

Die wahrscheinlich letzte Möglichkeit, wenn keine der oben genannten Finanzierungsmöglichkeiten in Frage kommt oder die Optionen ausgeschöpft sind, ist ein Studienkredit oder Bildungsdarlehen. Hierbei greift man auf Angebote von privatwirtschaftlichen Banken wie der Commerzbank oder Deutschen Bank zurück. In den letzten Jahren ist hier ein wahrer Dschungel an Angeboten entstanden, viele Banken haben eigene Kredite speziell für die Zielgruppe Studenten auf den Markt gebracht.

Wer einen Studienkredit in Anspruch nehmen möchte, der sollte sich unbedingt ausführlich vorher informieren. Es reicht nicht, sich von zwei Banken Angebote einzuholen oder online ein wenig zu recherchieren – eine umfangreiche Informationen inklusive Beratungsgesprächen bei den Banken ist Pflicht. Denn sonst erlebt man später bei der Rückzahlung eine böse Überraschung.

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