Bachelor Medieninformatik an der Beuth Hochschule – Ein Erfahrungsbericht

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Erfahrungen Beuth HochschuleDie Medieninformatik ist einer der größten Studienbereiche in den Medien. Aber was lernt man eigentlich im Studium? Und stimmt es, dass die Jobaussichten so großartig sind? Wir haben Hannes Schurig, Bachelor-Student für Medieninformatik an der Beuth Hochschule Berlin, einige Fragen zu seinem Studium gestellt und hilfreiche Antworten bekommen.



Hallo Hannes, vielen Dank, dass wir dich zu deinen Erfahrungen im Studium befragen dürfen. Stand für dich schon zu Schulzeiten fest, dass du ein Studium im Bereich Informatik beginnen willst? Und wieso fiel die Wahl auf den Studiengang Medieninformatik?

Ja, ich bin schon von Kindesalter an von der Technik begeistert. Die Informatik, speziell die Computertechnik, haben mich schon während meiner frühen Schulzeit fasziniert. Daher habe ich nach der 10. Klassenstufe am Oberstufenzentrum für Informations- und Medizintechnik (OSZIMT) eine Vollschulische Ausbildung zum IT-Assistenten, dem Assistent für Informations- und Telekommunikationstechnische Systeme inklusive Fachabitur, begonnen. Dadurch gewann ich ein umfassendes Wissen in den Bereichen der IT-, Kommunikations- und Netzwerktechnik, der Programmierung verschiedenster Sprachen und Systeme, erweiterte Grundlagen in den Bereichen BWL, Unternehmensgründung und –führung, sowie den üblichen allgemeinbildenden Fächern des Abiturs.

Nach der Ausbildung wusste ich zwar, dass ich im Informatik-Bereich studieren wollte, jedoch entschied ich mich erst einmal dafür, Berufserfahrung zu sammeln.
Nach 4 äußerst spannenden und lehrreichen Jahren als IT-Administrator [des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) / eines Bildungsforschungsinstituts] bewarb ich mich dann für das Studium der Medieninformatik.

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Du hast dich für dein Bachelorstudium für die Beuth Hochschule Berlin entschieden. Was waren die ausschlaggebenden Gründe für deine Studien- bzw. Hochschulwahl?

Ich war bereits vor dem Studium aktiv im Bereich der Webentwicklung und interessiert an dem neuen riesigen Feld der Smartphone-Technologie und -entwicklung. Ich wollte das Studium nutzen, um mich neben meinem Beruf als IT-Administrator in diesen Bereichen weiterzuentwickeln und schon eine Tendenz für das spätere Berufsleben zu finden. Der Studiengang Medieninformatik schien mir dafür optimal. Aus privaten Gründen wollte ich in Berlin bleiben. Hier bieten zwei Hochschulen diesen Studiengang an; die Beuth Hochschule für Technik Berlin (BHT) und die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW). Letztere führt jedoch den Studiengang „Internationale Medieninformatik“, eine spezielle Form der Medieninformatik.

Ich entschied mich für das „normale“ Studium der Medieninformatik an der Beuth Hochschule.

Bitte sei so nett und ermögliche uns einen Blick hinter die Kulissen und in deinen Studienverlauf. Was sind die Studieninhalte? Kannst du uns ein paar Beispiele für besonders relevante und interessante Vorlesungen geben? Kurzum: Was lernt man in einem Studium der Medieninformatik?

Das Studium lässt sich ganz gut in theoretische und praktische, später vorwiegend programmierlastige, Module aufteilen.

In den ersten Semestern stehen die theoretischen Grundlagenfächer ganz stark im Vordergrund. Im ersten Semester werden die technische, formale und theoretische Informatik sowie die Mathematik vermittelt. Das klingt sehr trocken, wurde aber größtenteils gut aufbereitet und ist für IT-Begeisterte oftmals spannendes Wissen. Auch das Modul Mediendesign 1 war trotz einiger praktischen Elemente, durch viele Grundlagen der visuellen Kommunikation und Gestaltung und dem Fokus auf Typografie sehr theoretisch. Einzig das Modul Programmierung 1, unterteilt in Theorie und Praxis, verschaffte die ersten praktischen Erfahrungen. In meinem Jahrgang lag der Fokus ganz stark auf der Programmiersprache Java, u.a. durch die steigende Relevanz im mobilen Bereich durch Android.

Im zweiten Semester werden in den Modulen Mathematik 2, Algorithmen, Datenbanksysteme und Betriebssysteme weitere wichtige Grundlagen gelehrt. In dem Modul Programmierung 2 bleibt der Fokus bei Java, in Medieninformatik 2 spielt Videoschnitt die größte Rolle.

Ab dem dritten Semester stieg der Aufwand, aber auch der Anteil an praktischen und – meiner Meinung nach – spannenderen Modulen. In diesem Halbjahr wurde in fast jedem Modul ein komplexeres Semesterprojekt umgesetzt. In Computergrafik 1 wurde in Teamarbeit ein komplett funktionierender Java-basierter Raytracer programmiert.
Auch in Fortgeschrittene Programmier- und Architekturkonzepte (FPA) wurde, basierend auf dem Wissen der ersten beiden Semester, Java programmiert. Hier lag der Fokus auf Eclipse-RCP Anwendungen und plugin-basierter, gekapselter Entwicklung. Das Semesterprojekt bestand darin, einen Eclipse-RCP basierten E-Mail Client, der mit dem IMAP und SMTP Mailprotokollen umgehen kann, zu entwickeln.

In Multimedia-Engineering 1 wurden die Grundlagen von Flash (wird mittlerweile vermutlich nicht mehr gelehrt) und Websprachen – HTML, CSS und Javascript – vermittelt. Das Semesterprojekt stellte die Planung und Umsetzung eines beliebigen aber fordernden Flash- bzw. Webprojektes dar.

Die Module Software-Engineering 1 und Multimediatechnik Audio/Video waren eine Mischung aus praxisnahen Aufgaben und Theorie.
Im vierten Semester, in dem ich mich gerade befinde, scheint sich die Tendenz von 80% Praxis/Programmierung und 20% Theorie weiter zu festigen.

Für wen würdest du denn ein Medieninformatik Studium empfehlen? Welcher Typ sollte man sein und welche Interessen sollte man mitbringen?

Der größte Schwerpunkt liegt bis zum fünften Semester definitiv bei der Programmierung. Wer bereits Erfahrung mit Programmiersprachen hat, wird sich hier wohl fühlen. Für Unerfahrene ist dies jedoch gleichzeitig eine Herausforderung, hier sollte Zeit und Aufwand eingeplant werden. Die Anforderungen im dritten Semester sind sehr hoch, die Programmiergrundlagen aus den ersten beiden Semestern sollten verinnerlicht werden.

Davon abgesehen sind die Themen der Computer-, Multimedia- und Webtechnologien vertreten. Interesse und Lust auf die IT allgemein sind demnach logischerweise auch eine Voraussetzung. Die klassische IT-System- und Computer-Administration, sowieso technische Seiten der Informatik, werden nur oberflächlich behandelt.

Und zum Schluss zu den Berufsaussichten: Die sind sehr gut, oder?

Da ich noch im Studium bin, kann ich nur Vermutungen anstellen. Das vermittelte Wissen reicht auf jeden Fall für den Einstieg in vielen Berufszweigen, vorrangig multimedia- und programmiertechnische Berufe. Wer neben dem Studium selbstständig sein Wissen erweitert und dieses in einer praktischen IT-nahen Tätigkeit anwendet, wird diese Chancen sicherlich erhöhen.

Ich spreche aus eigener Erfahrung und möchte jeden Studenten dazu ermutigen, neben dem Studium in der IT-Branche zu arbeiten. Trotz des erhöhten Aufwandes während des Studiums ist der Gewinn an Erfahrung, Wissen und Kontakten unglaublich viel Wert.

Hannes, vielen Dank für die ausführlichen Antworten rund um dein Studium. Wir wünschen dir alles Gute und eine erfolgreiche Karriere.

Erfahrungsbericht vom

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