Die Mappe für ein Medienstudium

Gerade für die kreativen Medienstudiengänge benötigst du eine Mappe mit einigen Arbeiten von dir, mit denen du dich für das Studium bewirbst. Aber auch für einige Ausbildungen z. B. zum Mediengestalter musst du dich mit einer Mappe bewerben. Was es mit dieser Mappe auf sich hat und worauf du achten solltest, erfährst du hier.

Gerade im kreativen Bereich – also zum Beispiel Design, Kunst, Film etc. – verlangen die Hochschulen (und Arbeitgeber) in der Regel eine Mappe mit Arbeitsproben von dir zur Bewerbung. So können die Verantwortlichen sich schon einmal einen ersten Überblick über deine Fähigkeiten verschaffen.

Tipps für
die Mappe

Viele Studienbewerber gehen sehr verkrampft an das Erstellen heran, da sie unbedingt zeigen wollen, was sie schon können und wie kreativ sie sind. Kein Wunder, hängt doch der Wunschstudienplatz oder Ausbildungsplatz davon ab, ob die Mappe überzeugen kann oder nicht. Ein Patentrezept für die richtige/erfolgreiche Mappe gibt es leider nicht, viele Bewerber stecken sehr viel Mühe in die Mappe, arbeiten monatelang daran und werden letztendlich doch abgelehnt. Manchmal hat dann einfach das Quentchen Glück gefehlt, dass die Person, die deine Mappe bewertet hat, deine Arbeiten auch versteht. Manchmal überzeugt aber auch der Gesamteindruck der Mappe einfach nicht und du musst noch weiter daran arbeiten.

Es gibt einige Fehler, die bei der Zusammenstellung der Mappe passieren können. Wir erklären dir im Folgenden, was alles in die Mappe gehört und geben Tipps, auf was du achten solltest.

Inhalt und Umfang

Wie bei so vielem gilt auch für die Mappe, dass die Anforderungen an Inhalt und Umfang von Hochschule zu Hochschule variieren können. Manche machen ganz genaue Angaben, was für Arbeiten sie sehen wollen (z. B. 15 malerische Arbeiten und 15 Zeichnungen), ab und zu auch zu einem bestimmten Thema (z. B. „Natur“), andere Hochschulen dagegen geben nur eine grobe Richtlinie.

In der Regel werden insgesamt 10-15 Arbeitsproben für die Mappe verlangt, in wenigen Fällen werden auch 20 oder sogar noch mehr Proben verlangt.

Manche Hochschulen geben ganz klare Angaben dazu, in welchem Format die Mappe bzw. der Inhalt sein soll (z. B. DIN A3) und wie der Aufbau der einzelnen Stücke sein soll. Andere Einrichtungen wiederum geben keine Infos dazu. Falls du dir nicht sicher bist, ist es immer ratsam, z. B. bei der Studienberatung nachzufragen.

Die Arbeitsproben für Film-Studiengänge beispielsweise unterscheiden sich natürlich in einigen Punkten von der klassischen Mappe mit Zeichnungen, Texten und Drucken. Stattdessen werden beispielsweise Filmsequenzen verlangt, die du auf DVD einreichst. Die genauen Infos findest du auf den Studiengangs-Webseiten. Auch die Kennzeichnung der Inhalte kann variieren, üblicherweise solltest du aber ein Inhaltsverzeichnis zur Mappe legen.

Was gehört in die Mappe?

Klassischerweise besteht die Mappe aus Fotos, Zeichnungen, Skizzen etc. Wie schon erwähnt, kommt es dabei aber natürlich immer auch auf den Studiengang an. Mittlerweile sind aber auch Filme oder digitale Arbeiten in der Mappe möglich. In diesem Fall gibt die Hochschule oft noch Einschränkungen vor, etwa dass die Filme zusätzlich verschriftlicht werden sollen (beispielsweise durch Storyboards). 

3D-Objekte gehören in der Regel nicht in die Mappe, können aber natürlich auch als Arbeit eingereicht werden. Auch da geben die Hochschulen normalerweise genau Angaben auf ihrer Homepage, wie du beispielsweise Skulpturen in der Mappe präsentierst, z. B. durch Fotos.

Skizzenbücher können häufig auch als Ergänzung zur Mappe eingereicht werden, um der Hochschule zu zeigen, wie man arbeitet.

Tipps zur Erstellung

Lies dir genau die Anforderungen der Hochschule bzw. des Fachbereiches durch: Wie viele Arbeiten werden verlangt? Welche Arbeiten werden gefordert? Was gehört alles dazu: Auch der Entstehungsprozess oder nur das finale Werk? Die meisten Hochschulen erklären auf der Studiengangsseite sehr genau, was sie von deiner Mappe erwarten.

Fang früh genug an: Die Erstellung einer Mappe kostet Zeit! Eventuell kannst du ein paar deiner bisherigen Arbeiten verwenden, in der Regel musst (oder willst) du aber neue Inhalte erstellen. Bei ca. 15 Arbeiten nimmt das einiges an Zeit in Anspruch, erst Recht, wenn so viel davon abhängt. Und denk dran, dass du evtl. auch wieder einige Stücke verwirfst, weil sie dir nicht gut genug erscheinen oder doch nicht richtig ins Konzept passen. Überlege dir ruhig, wie viel Zeit du z. B. für ein Bild brauchst, wenn du keinen Druck dahinter hast. Und dann überlege dir, dass du einige Arbeiten wahrscheinlich mehrmals machen wirst, um völlig zufrieden damit zu sein.

Daher: Nimm dir auf jeden Fall ein paar Monate Zeit, das nimmt dir zumindest den zeitlichen Druck von den Schultern und verhindert, dass du deine Mappe mit wahllosen Arbeiten auffüllst, weil der Abgabetermin immer näher rückt.

Gib deiner Mappe einen roten Faden: Normalerweise bist du relativ frei, was den Inhalt deiner Mappe angeht, es wird nur selten ein Thema vorgegeben. Ob du also Fotos von Fassaden, Porträts von deinem Haustier und eine angefertigte Skulptur zusammenmischst, ist an sich dir überlassen. Es kann aber nicht schaden, wenn der Betrachter der Mappe ein Konzept bzw. einen roten Faden in der Zusammenstellung der Arbeiten erkennt. Dadurch zeigst du, dass nicht einfach willkürlich einige Arbeiten ausgewählt bzw. hergestellt hast, sondern dass du dir weiter reichende Gedanken über die Zusammensetzung gemacht und dich intensiver mit der Aufgabenstellung auseinandergesetzt hast.

Arbeite für dich, nicht für den Studiengangsleiter: Das ist ein wichtiger Punkt, der oft dafür verantwortlich ist, dass du völlig getresst an die Mappenerstellung gehst. Normalerweise sprühst du nur so vor kreativen Ideen und ein weißes Blatt macht dir keine Probleme. Doch wenn du daran denkst, deine Mappe zu befüllen, herrscht erst einmal Leere im Kopf.
Die meisten Bewerber erstellen ihre Stücke mit dem Hintergedanken, was den Professoren oder Studiengangsleitern gefallen wird. Das schränkt dich in deiner Arbeit ein und führt dazu, dass du dir unnötige Gedanken machst, anstatt dich voll auf das zu konzentrieren, was du eigentlich machen möchtest. Und was dem einen Prof gefällt, findet der nächste vielleicht ganz schrecklich.

Aber: Natürlich solltest du durch vielfältige Arbeiten zeigen, dass du offen für die verschiedenen Bereiche z. B. im Design bist. 15 Fotos in einer Mappe sind eher wenig überzeugend – außer du bewirbst dich explizit auf einen Fotografie-Studiengang. Ansonsten hilft es, verschiedene Medien und Stile zu mischen. Dementsprechend solltest du deine Arbeiten auf die Hochschule und den Studiengang abstimmen, denn du kannst nicht wissen, was der Betrachter sehen will.

Deine Arbeiten sind überzeugender, wenn der Betrachter merkt, dass deine Persönlichkeit in der Mappe steckt. Nutze deine Energie also lieber für das Ausarbeiten der Themen, die du magst und denke weniger daran, was die Studienleitung mögen könnte.

Setz dich nicht zu sehr unter Druck: Dieser Punkt ist natürlich leicht gesagt, wenn dein größter Wunsch ist, an dieser bestimmten Hochschule zu studieren oder genau diesen Studiengang zu absolvieren. Aber selbst wenn du durchfällst, gibt es immer noch Möglichkeiten, deinen Traum weiter zu verfolgen. Wenn du einmal abgelehnt wurdest, heißt das nicht, dass du dich nie mehr bewerben darfst. Du hast im nächsten Jahr wieder die Möglichkeit.

Zudem solltest du dich auf jeden Fall an mehreren Hochschulen bewerben, die deinen Studiengang anbieten.

Und wenn du tatsächlich überall abgelehnt wurdest oder dir einfach unsicher in Bezug auf deine Arbeiten bist, kannst du dir Hilfe von Profis bei der Erstellung deiner Mappe suchen. Viele Hochschulen und Akademien selbst bieten ebenfalls Mappenberatungen an.

Manchmal kann es auch sinnvoll, sich doch für eine Ausbildung oder erst einmal ein Praktikum zu bewerben. So sammelst du Praxiserfahrung und Kenntnisse, die dich bei deiner Mappe weiterbringen können.

Die Arbeiten müssen nicht perfekt sein: Ein wichtiger Punkt, über den du dir immer bewusst sein solltest, denn er kann dir viel Druck nehmen. Du bewirbst dich für einen Studienplatz, niemand verlangt perfekte Arbeiten in der Mappe. Ansonsten wäre das Studium ja überflüssig.

drei Studenten lernen zusammen

Wir haben eine ganze Liste mit Anbietern für dich zusammengestellt, die eine Mappenberatung oder einen Mappenkurs anbieten.

Zu den Anbietern

Lass dich nicht entmutigen: Falls es dieses Jahr mit deiner Bewerbung nicht geklappt hat, lass den Kopf nicht hängen. Viele Absolventen haben mehrere Anläufe benötigt. Sieh es als Chance, deine Mappe im nächsten Jahr besser zu machen.

Du willst noch mehr Tipps? Wir haben einen Mappenexperten zu seinen Erfahrungen befragt.

Zum Interview

Fazit

Eine Mappe für ein Medienstudium zu erstellen, ist nicht immer leicht. Die Konkurrenz ist groß und der Druck hoch. Ein allgemeines Rezept für eine erfolgreiche Mappe gibt es leider nicht, denn jedem Professor gefällt etwas anderes und manchmal ist es doch auch ein bisschen Glück, dass du zur richtigen Zeit am richtigen Ort warst.

Wichtig ist immer, dass du dich fragst: Was soll die Mappe über dich und dein Können aussagen? Mach dir bewusst, was du mit der Mappe sagen willst und frage dich selbst, ob du deine gewünschte Aussage erkennen würdest.

Wir haben noch zwei Videos zum Thema Mappe im Design Studium, die dir noch mehr Infos geben.

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