Grafikdesign Studium

Du liebst es zu zeichnen und zu gestalten und zwar so sehr, dass du gerne ein Studium in diese Richtung machen möchtest? Wie wäre es dann mit einem Grafikdesign Studium? Wir haben hier alle Infos für dich, die du brauchst: Inhalte, Voraussetzungen und Karrierechancen sowie eine Liste mit passenden Hochschulen und Akademien!

Das Grafikdesign Studium ist ein Klassiker unter den Design Studiengängen. Das bedeutet aber nicht, dass der Studiengang nicht mehr zeitgemäß ist, stattdessen ist er seit der fortschreitenden Digitalisierung gefragter denn je. Neue Medien, neue Kommunikationswege und neue technische Voraussetzungen erfordern Experten, die in der Lage sind, Kommunikation und Produkte verständlich zu visualisieren – und das in nahezu jeder Branche!

Ob Apps, Animationen, Druckerzeugnisse wie Plakate, Bücher und Anzeigen oder ganze Markenauftritte – als Grafikdesigner bist du in der Lage von der Ideenfindung bis zur finalen Gestaltung oder Präsentation des Produkts alle Arbeitsschritte umzusetzen. Denn viele Hochschulen legen viel Wert auf Interdisziplinarität im Grafikdesign Studium, denn es reicht nicht mehr nur die gestalterischen und wissenschaftlichen Kenntnisse und Fähigkeiten, auch das technische und vor allem das betriebswirtschaftliche Hintergrundwissen ist mittlerweile essenziell für die Arbeit als Grafikdesigner.

Das Grafikdesign Studium bereitet dich darauf vor, einen eigenen gestalterischen Stil zu entwickeln, mit dem du z. B. Informationen erfassen und für die Zielgruppe verständlich inszenieren kannst.

Falls du unter dem Begriff Grafikdesign nicht das richtige Studium für dich findest, solltest du auch mal unter den Stichworten Mediendesign und Kommunikationsdesign recherchieren, denn inhaltlich überschneiden sich diese Studiengänge in vielen Punkten. Vor allem Grafikdesign und Kommunikationsdesign sind im Prinzip identisch und werden oft als Synonyme verwendet, allerdings hat sich der Begriff Kommunikationsdesign heutzutage mehr durchgesetzt.

Ausführlichere Infos dazu findest du auch in unserem Artikel "Medien-, Grafik- und Kommunikationsdesign – Wo ist der Unterschied?"

Falls du ein Masterstudium suchst, wirst du bei den Hochschulen eher unter dem Begriff „Kommunikationsdesign“ fündig, unter „Grafikdesign“ gibt es keine Angebote. 

Wusstest du, dass...

... das Nike-Logo, der Swoosh, 1971 von der Grafikdesign-Studentin Carolyn Davidson entworfen wurde? Nike zahlte ihr damals nur 35 US-Dollar für das Logo.

... die ersten Schriftschnitte der Schriftart Helvetica Mitte des 20. Jahrhunderts gestaltet wurden? Helvetica ist nach dem lateinischen Namen für "die Schweizerische" benannt und unter Designern beliebt für den cleanen und modernen Look.

... die Informationsaufnahme vor allem über die Augen passiert? Das macht deutlich, warum visuelle Eindrücke so wichtig für die Erfassung unserer Umwelt sind.

Grafikdesign Studium:
Alle Infos

Studieninhalte

Das Bachelorstudium Grafikdesign vermittelt dir die nötigen theoretischen, technischen und gestalterischen Grundlagen, die du benötigst, um sowohl im Printbereich als auch Digital arbeiten zu können.

Und wie sieht es für den Master in Game Design aus?

Grundsätzlich ist ein Masterstudium dazu da, die gelernten Inhalte aus dem Bachelorstudium noch weiter zu vertiefen und evtl. einen speziellen Schwerpunkt zu legen, mit dem du dich für einen bestimmten Bereich qualifizierst, in dem du später arbeiten möchtest.

Inhalte im Bachelor:

  • Gestaltungsgrundlagen (Zeichnen, Form, Farbe, Komposition)
  • Entwurfstechniken visuelle Kommunikation
  • Illustration und Collage
  • Digitale Medien
  • Print- und Screendesign
  • Typografie
  • Corporate Design
  • Web- und App-Design
  • Medientechnik
  • Kunst- und Designgeschichte
  • Fotografie
  • Layout
  • Grafik in Raum und Umgebung
  • Film

Inhalte im Master:

  • Kommunikations- und Medienwissenschaften
  • Ästhetik
  • Gestaltungstheorien
  • Typografie
  • Informationsdesign
  • Bild/Text-Konzeption
  • Werbung
  • Film/Video
  • Art Direction
  • Hypermedia
  • Fotografie
  • Illustrative Gestaltung
  • Produkt & Kommunikation
  • Digitale Illustration & Animation

Da viele Grafikdesigner nach ihrem Studium auf freiberuflicher Basis arbeiten, gibt es auch einige betriebswirtschaftliche Inhalte, die den Studierenden dabei helfen, die gesamte Branche sowie ihre eigene Arbeit wirtschaftlich zu bewerten und anzupassen. Dazu gehören z. B.:

  • Unternehmensführung
  • Projektmanagment
  • Digitale Ökonomie
  • Medienrecht
  • Designmanagement

Als Grafikdesigner bist du auch international gefragt, daher gibt es einige Studienangebote, die auf Englisch stattfinden bzw. Hochschulen, die im Studienplan auch Wert auf die Vermittlung von Fremdsprachen bzw. die Verbesserung der Englischkenntnisse z. B. im Bereich Business English legen.

Im Studium wird viel Wert auf anwendungsorientierte und praxisnahe Inhalte gelegt, sodass du schon während des Studiums mit realen Projekten in Kontakt kommst, die dir den Berufsalltag näherbringen und dich zusätzlich qualifizieren.

Voraussetzungen

Formale Voraussetzungen

Bachelorstudium Grafikdesign

  • Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife (Abitur)
  • Fachhochschulreife (Fachabitur)
  • Gleichwertige Zugangsvoraussetzung

Gerade an privaten - aber auch an staatlichen - Hochschulen ist häufig auch ein Studium ohne Abitur möglich, z. B. durch eine berufliche Qualifizierung oder durch eine besondere künstlerische Befähigung. Die genauen Voraussetzungen dafür sind allerdings von der Hochschule bzw. vom jeweiligen Bundesland abhängig.

Masterstudium Grafikdesign

  • abgeschlossenes Bachelorstudium bzw. ein erster Hochschulabschluss in einem fachverwandten Bereich 
  • in der Regel werden Arbeitsproben bzw. eine Mappe verlangt

Grafikdesign ist beliebt, daher gibt es in der Regel sehr viele Bewerber auf wenige Studienplätze. Die Hochschulen und Design-Akademien setzen daher auf individuelle Auswahlverfahren, um aus der großen Menge an Bewerbern die passenden Studierenden auszuwählen. Das betrifft sowohl das Bachelor- als auch das Masterstudium.

Der erste Schritt zu deinem Wunschstudium ist deine Bewerbung. Neben den üblichen Formalia wie Zeugnissen und Lebenslauf gehört dazu in der Regel auch ein Motivationsschreiben.

Bewerbungsmappe

Für kreative und künstlerische Studiengänge wie beispielsweise Grafikdesign oder Kommunikationsdesign werden normalerweise Mappen verlangt, in denen du eine Auswahl deiner bisherigen Arbeiten vorstellst. So können die Hochschulen schon einmal deine künstlerische Begabung und Arbeitsweise einschätzen.
Falls du noch keine Mappe hast oder dir unsicher bist, ob du die richtigen Arbeiten ausgewählt hast, kannst du dich normalerweise auch an die jeweilige Hochschule wenden. Viele bieten eine Mappenberatung an.

Es gibt aber auch spezielle Anbieter, die dir bei der Erstellung und Zusammenstellung der Mappe helfen. Der geforderte Umfang und Inhalt der Mappe kann von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich sein, sodass du dich am besten direkt auf der Homepage der Uni oder Hochschule erkundigst.

Eignungsprüfung

Wenn deine Bewerbung erfolgreich war, wirst du in der Regel zu einem Bewerbungsgespräch bzw. zu einer Eignungsprüfung eingeladen. Diese Prüfung kann ganz unterschiedlich gestaltet werden, das hängt von der Hochschule ab. Bei manchen Anbietern ist sie mehrstufig und setzt sich beispielsweise zusammen aus der Bewertung deiner Mappe, einem persönlichen Gespräch sowie einer speziellen künstlerischen Aufgabe, die dir von der Hochschule gestellt wird.

Da die Prüfungen so unterschiedlich ablaufen können, erkundigst du dich am besten direkt bei der Hochschule, was bei der Bewerbung auf dich zukommt.

Die Voraussetzungen für das Grafikdesign Studium klingen erst einmal viel anspruchsvoller als das zum Beispiel für andere Medienstudiengänge der Fall ist. Davon solltest du dich allerdings nicht abschrecken lassen! Du musst nicht schon vor Studienbeginn perfekt zeichnen oder illustrieren können – dann wäre das Studium ja überflüssig. Setz dich also z. B. bei deiner Mappe nicht unnötig unter Druck. Aber: Nimm die Bewerbung auch nicht auf die leichte Schulter. Denn die Konkurrenz ist groß und die Hochschulen geben sich viel Mühe bei der Auswahl ihrer Studierenden. Wenn du nur halbherzig an die Sache herangehst, ziehen deine Mitbewerber an dir vorbei. Also: Gib dein Bestes, aber setz dich nicht schon im Vorfeld über die Maße unter Druck!

Fristen

Achte darauf, ob es spezielle Fristen für die Bewerbung gibt! In der Regel endet die Bewerbungsfrist für das Wintersemester (Start September/Oktober) an staatlichen Unis und Fachhochschulen schon am 15. Juli, für das Sommersemester (Start März/April) schon am 15. Januar.

Bei privaten Hochschulen ist es unterschiedlich geregelt: Bei einigen kannst du dich das ganze Jahr über bewerben, die Zusagen werden nach der Reihenfolge der Bewerbungen vergeben.
Andere wiederum haben festgelegte Fristen, die aber von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sein können.

Erkundige dich also am besten frühzeitig bei den Hochschulen selbst über eventuelle Fristen! 

Numerus Clausus (NC):

Für das Grafikdesign Studium gibt es in der Regel keinen NC, stattdessen bewirbst du dich mit deiner Mappe und musst eine Eignungsprüfung bestehen.

Persönliche Voraussetzungen

Unerlässlich für das Grafikdesign Studium:

  • eine gewisse künstlerische Begabung
  • viel Kreativität und Phantasie
  • Leidenschaft für das Fach

Aber auch die Fähigkeit, abstrakte Inhalte zu visualisieren und ein Auge für das richtige Design helfen dir während des Studiums. Da du nach deinem Studium viel in Teams bzw. mit anderen Abteilungen zusammenarbeiten wirst, solltest du auch teamfähig und kommunikationsstark sein.

Dauer und Verlauf

Bachelor

  • Dauer: 6-7 Semester, beim dualen Studium häufig 8 Semester
  • Abschluss: Bachelor of Arts (BA)
  • integriertes Auslands- oder Praxissemester: normalerweise ja, da viel Wert auf Praxiserfahrung im Studium gelegt wird

Master

  • Dauer: zwischen 2 und 4 Semestern, je nach Anzahl der ECTS aus dem Bachelorstudium
  • Abschluss: Master of Arts (MA) / Bachelor of Fine Arts
  • wenn im Bachelorstudium nicht die nötige ECTS-Zahl erreicht wurde, gibt es in der Regel die Möglichkeit, Kurse nachzuholen

Studienformen

Bachelor

  • Vollzeit-Studium: die häufigste Form für ein Grafikdesign Studium
  • Duales Studium: ein paar Hochschulen bieten den Bachelor in Grafikdesign auch dual an. Dabei sammelst du schon während des Studiums praktische Erfahrung im Unternehmen.

Teilzeitstudium:

Wenn du dich neben deinem Beruf weiterbilden möchtest oder aus anderen Gründen zeitlich eingeschränkt bist, kannst du Grafikdesign auch als Teilzeitstudium absolvieren. Es gibt sowohl Angebote für ein berufsbegleitendes Präsenzstudium als auch für ein Fernstudium.

Master

  • Vollzeit-Studium: die häufigste Form für den Master im Bereich Game Design
  • Berufsbegleitendes Präsenzstudium: man findet vereinzelte Angebote, eignet sich besonders für berufstätige Personen, die sich weiterbilden möchten

Karriere nach dem Studium

Nach deinem Studium bist du ausgebildeter Grafikdesigner. Das bedeutet, du bist in der Lage abstrakte Sachverhalte in einem ansprechenden Design für die Zielgruppe verständlich zu visualisieren. Ob Flyer und Plakate, Stellenanzeigen, Corporate Design, Online-Publikationen oder Webanwendungen – du bist dafür zuständig, die Botschaft optimal zu gestalten und umzusetzen. Welche Methoden du dafür wählst (animiert, Print oder digital), hängt von deinen eigenen Schwerpunkten ab, die du im Studium gesetzt hast. Dein Einsatzgebiet ist jedenfalls sehr vielfältig und breit gefächert.

Du arbeitest z. B. in

  • Werbeagenturen
  • Grafikbüros
  • Unternehmen mit eigener Kommunikationsabteilung
  • Marketingabteilungen
  • Multimedia-Agenturen
  • PR-Agenturen
  • Verlage

Viele Grafikdesigner sind allerdings nicht festangestellt, sondern arbeiten auf freiberuflicher Basis für verschiedene Auftraggeber. Du kannst dich aber auch mit einem eigenen Designbüro o. Ä. selbstständig machen.

Du siehst, du hast viele Möglichkeiten und gute Aussichten, nach deinem Abschluss schnell ins Berufsleben einsteigen zu können. Denn Grafikdesigner werden überall gesucht.

Gehalt

Da Grafikdesigner – wie schon erwähnt – häufig auf selbstständiger Basis arbeiten, ist es ziemlich schwierig, konkrete Gehaltsangaben zu machen. Denn natürlich hängt es von der jeweiligen Auftragslage ab sowie vom eigenen Tagessatz. Das macht konkrete Aussagen zum Gehalt noch schwieriger, als es das ohnehin schon ist. Denn auch bei Festangestellten spielen so viele Faktoren in die Gehaltsverhandlung ein, dass man keine pauschalen Angaben machen kann.

In unserem Ratgeberartikel zum Thema Gehalt nach dem Medienstudium findest du noch ausführlichere Infos dazu.

Jetzt informieren!

Da wir aber wissen, wie interessant konkrete Zahlen sind und dass dieser Aspekt durchaus eine Rolle bei der Studienwahl spielt (auch wenn das Gehalt nicht ausschlaggebend sein sollte!), haben wir ein bisschen im Internet recherchiert und geben dir in der untenstehenden Tabelle ein paar Beispiele.

Aber denke dran: Diese Zahlen dienen nur zur Orientierung für deine eigenen Bewerbungsgespräche, nimm sie nicht als absolut hin!

PositionBrancheAlter & GeschlechtMonatsgehalt (brutto)
GrafikdesignerWerbung und PR27, weiblich2.014 Euro
GrafikdesignerBildungsinstitutionen28, weiblich1.684 Euro
GrafikdesignerInternet- und Versandhandel30, weiblich2.929 Euro
Layouter im GroßverlagMedien, Presse26, weiblich2.282 Euro
MediengestaltungMedien, Presse24, männlich2.948 Euro

Quelle: gehalt.de

Auf den ersten Blick sieht es so aus, dass der Bereich Grafikdesign nicht zu den höher bezahlten Einsatzgebieten zählt, allerdings sieht es auch nicht allzu zu schlecht aus. Als Berufseinsteiger kannst du durchschnittlich auf jeden Fall mit 2.000 Euro brutto im Monat rechnen. Mit einem Masterstudium und einigen Jahren Berufserfahrung kann dein Gehalt auch schnell höher ausfallen – natürlich immer abhängig von der Branche und der Firma.

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