Berufsprofil: Medieninformatiker - Berufschancen und Jobaussichten nach dem Studium

Welche Berufe kann man nach einem Medieninformatik Studium ergreifen? Eins ist klar: Man wird mit dem Computer arbeiten. Aber welche Berufsfelder und Jobchancen gibt es für Medieninformatiker? Nachfolgend haben wir ausführliche Informationen zum Beruf Medieninformatiker inklusive einer Auflistung unterschiedlichster Arbeitsgebiete und ihrer Berufschancen aufgeführt.

Eins vorweg: Es gibt zahlreiche Berufsfelder, die dir nach einem Medieninformatik Studium offenstehen. Im nächsten Abschnitt gibt es daher konkrete Beispiele. Aber selbst diese verschiedensten Beispiele können das Gesamtangebot nicht ganz abdecken.

Berufsprofil: Medieninformatiker

Berufe nach einem Medieninformatik Studium

Für deinen Berufsweg kommt es natürlich auch darauf an, welche Schwerpunkte die jeweilige Universität oder Fachhochschule im Studienverlauf eingeplant hat. An der Hochschule RheinMain kann man im Bachelor Medieninformatik beispielsweise zwischen dem Schwerpunkt Medieninformatik (mit Fächern wie 3D-Modellierung und Web-Technologie) und dem Schwerpunkt Gestaltung, Informatik (mit Fächern wie Echtzeit-Computergrafik und Mobile-Computing) wählen. An der TU Dresden hingegen kann man direkt aus sieben Schwerpunkten wählen, unter anderem Künstliche Intelligenz, Software- und Web-Engineering sowie Graphische Datenverarbeitung.

Wie man sieht, bieten die unterschiedlichen Hochschulen auch unterschiedliche Spezialisierungsmöglichkeiten an. Es ist daher sehr wichtig, diese Vertiefungsmöglichkeiten bereits bei der Studienwahl in die Entscheidung einzubeziehen. So kann man sich schon gewisse Berufswege für die Zeit nach dem Medieninformatik Studium vorzeichnen.

Bereich: Programmierung & Entwicklung

Die „klassischen“ Berufe für Medieninformatiker liegen in den Bereichen Programmierung und Entwicklung. Hier gibt es unterschiedlichste Aufgabenfelder. Ein Auszug:

  • Software-Entwicklung

    Software benötigt man in jedem Bereich des täglichen Lebens. Von Microsoft Windows über das Navigationssystem im Auto bis zum Online-Banking – überall steckt Software drin, die die jeweiligen Prozesse abbildet und durchführt. Ein Software-Entwickler ist sozusagen der Manager eines Programms. Er plant die Software-Architektur in Absprache mit Programmierern und dem Kunden bzw. den Vorgesetzten. Neben Know-how im Medieninformatik-Bereich (z.B. Programmiersprachen, Softwareentwicklungsmethoden) sollte man auch Interesse für technische und kaufmännische Prozesse mitbringen, denn ein Software-Entwickler ist auch dafür zuständig, bestimmte Budgetrahmen zu definieren und einzuhalten.

    Aufgaben für Software-Entwickler

    • Analyse und Planung der Software
    • Entwicklung und Absprache mit Programmierern und Kunden
    • Implementierung verschiedener Bausteine (Datenbanken, Webanwendungen, etc)
    • Fehler- und Systemtests

    Berufsaussichten

    Die Berufsaussichten für Absolventen eines Medieninformatik Studiums, die einen Beruf im Software-Development aufnehmen möchten, sind sehr gut. Die zunehmende Digitalisierung und Abbildung von Prozessen, die früher offline (z. B. per Stift und Papier) durchgeführt wurden, verlangt nach gut ausgebildeten Software-Entwicklern. Eine Spezialisierung auf bestimmte Themenfelder wird empfohlen, ist aber keine Grundbedingung.

    Einblicke in den Beruf

    Wir haben ein Interview mit einem Software-Entwickler geführt:

  • App-Entwicklung

    Kaum jemand, der heute kein Smartphone besitzt und täglich mehrere Apps benutzt. Sei es Whatsapp, Angry Birds oder die App der Lufthansa, um per Smartphone Flüge zu buchen und einzuchecken – all diese Programme werden von App-Entwickler/ App-Developern erstellt. Apps können zu einer Internetseite gehören, einen praktischen Nutzen haben (z.B. für Börsenkurse) oder reine Spielerei sein. Als App-Entwickler ist neben den Programmier- oder Informatikkenntnissen auch Kreativität und Kommunikationsstärke gefragt.

    Aufgaben für App-Entwickler

    • Konzeption einer App (Aufbau, Navigation, Serveranbindung, etc)
    • Absprache mit dem Kunden
    • Programmierung und Weiterentwicklung der App

    Berufsaussichten

    Die Süddeutsche Zeitung schreibt: „Experten für die Entwicklung von Smartphone-Apps sind momentan wohl die begehrtesten Arbeitnehmer Deutschlands. Gerade junge Programmierer zieht es in die Branche, in der enorme Gehälter und Honorare gezahlt werden.“

    Da solch eine große Nachfrage nach Entwicklern von mobilen Anwendungen besteht, können es sich viele App-Entwickler leisten, als Freelancer für unterschiedlichste Firmen zu arbeiten. Ob als Angestellter oder selbständig – App-Entwickler sind in Zeiten des Smartphone- und Tablett-Booms sehr stark nachgefragt. Hier gibt es beste Berufsaussichten.

    Einblicke in den Beruf

    Wir haben Absolventen eines Medieninformatik Studiums zu ihrem Job befragt:

  • Game Design

    Zocken als Beruf“ – stimmt das? Oft wird so das Berufsfeld für Medieninformatiker, die nach dem Studium im Game Design arbeiten, beschrieben. Computerspiele sind mittlerweile aus der modernen und vernetzten Welt nicht mehr wegzudenken. Von Konsolenspielen wie GTA und FIFA über Onlinespiele wie Farmville bis zu Smartphone-Spielen wie Angry Birds reicht das Einsatzgebiet für Game Designer. Allerdings geht es längst nicht nur ums Spielen, sondern auch andere wichtige Fähigkeiten.

    Aufgaben für Game-Designer

    Man kann die Tätigkeit in vier Bereiche aufteilen:

    Game Programming: In der Programmierung geht es um die Erstellung des technischen Rückgrates eines Spiels. Wie bringt man Charaktere zum Laufen, Springen, Fahren, Zusammenstoßen usw.

    Game Art: In diesem Bereich geht es um die gestalterische Ausarbeitung, z.B. die Erstellung von Charakteren oder Hintergründen.

    Game Design: Hier geht es um die inhaltliche Festlegung, d.h. die Definition der Spielregeln.

    Game Production: Produktion ist – ähnlich wie im Film – eine betriebswirtschaftliche Projektabwicklungsdisziplin

    Berufsaussichten

    Die Berufsaussichten sind sehr gut. Allerdings ist der Markt auch hart umkämpft. Wer als Spieleentwickler erfolgreich sein will, muss den Willen zur ständigen Fortbildung mitbringen und sich am besten auf einen bestimmten Tätigkeitsbereich (siehe oben) spezialisieren.

    Aufgrund der hohen Nachfrage nach Spieleentwicklern bieten verschiedene Hochschulen auch schon eigene Studiengänge oder Schwerpunkte im Medieninformatik an, z.B. die Hochschule Trier mit dem Bachelor Digitale Medien und Spiele, die Mediadesign Hochschule mit dem Bachelor Game Design oder die FH Flensburg mit der Vertiefung Game Design im Bachelor Medieninformatik.

Bereich: Wirtschaft, Management & Marketing

Es muss nicht immer mit Programmieren zu tun haben. Einige Absolventen von Medieninformatik Studiengängen finden ihre Berufung auch im betriebswirtschaftlichen Bereich.

  • (IT) Consultant/Berater

    IT-Consultants unterstützen und beraten Unternehmen oder Projektgruppen bei der Einführung, Wartung und Weiterentwicklung von IT-Systemen. Aufgrund der Vielfalt der Einsatzgebiete (z.B. Anforderungsanalyse für Betriebliche Informationssysteme, Sicherheitsanalyse oder Implementierung von Software in ein Unternehmen) sind IT-Berater meistens auf wenige Bereiche, teilweise sogar nur für bestimmte Branchen, spezialisiert. Es gibt also SAP-Berater, IT Security Berater und viele mehr.

    IT-Berater arbeiten meistens für Unternehmensberatungen und werden dann im Berufsalltag einem Projekt zugeordnet. Diese Projekte dauern meist mehrere Monate bis Jahre und sind selten in der Nähe des Heimatorts. Als IT-Consultant lebt man also auch oft im Hotel.

    Aufgaben für IT-Berater/Consultants

    • Erstellung von Konzepten zur erfolgreichen Bearbeitung des Projekts
    • Erarbeitung von Softwarestrategien oder Programmierung von Softwarelösungen
    • Tests und Qualitätskontrollen
    • Übergabe des abgeschlossenen Projekts mit Präsentation, Dokumentation und Schulung an den Auftraggeber

    Berufsaussichten

    Die Berufsaussichten für IT-Consultants sind durchweg sehr gut. Vor allem in den Bereichen strategische und konzeptionelle Tätigkeit, SAP Beratung und Software-Entwicklung gibt es gute Karrierechancen.

  • Online-Marketing

    Auch im Bereich Online-Marketing gibt es für Medieninformatiker spannende und unterschiedliche Berufe:

    • Als Projektleiter ist man verantwortlich für die komplette Konzeption einer Webseite. Von den ersten Gedanken bis zur Programmierung und Implementierung liegen zahlreiche Aufgaben. Als Ansprechpartner für Kollegen und Agenturen steuert man den gesamten Prozess und sorgt dafür, dass alle Teile ins Puzzle passen
    • Als Suchmaschinenoptimierer/Traffic Manager positioniert man eine Webseite bestmöglich im Internet. Man sorgt dafür, dass die Seite über Suchmaschinen und andere Webseiten gut gefunden wird und möglichst viele Besucher erhält.
    • Als Online-Marketing-Manager steuert man die werblichen Aktivitäten eines Unternehmens. Sei es zur Steigerung der Verkaufszahlen im Online-Shop oder zur Bekanntmachung von Offline-Dienstleistungen – als Online-Marketing-Manager analysiert man die richtigen Werbekanäle und kontrolliert im Nachhinein, ob der gewünschte Erfolg eingetreten ist.

    Berufsaussichten

    Durch die zunehmende Digitalisierung und die Verbreitung des Internets werden Online-Marketing-Manager in Zukunft jederzeit gebraucht. Kein Unternehmen kann es sich leisten, im Internet nicht präsent zu sein und umso wichtiger werden Experten, die sich mit dem Medium auskennen und die passenden Marketingstrategien entwickeln können.

    Einblicke in den Beruf

    Wir haben Interviews mit verschiedenen Online-Marketing-Managern geführt:

  • Produktmanager

    Als Produktmanager ist man für ein bestimmtes Produkt, einen Bereich oder eine Dienstleistung verantwortlich und zwar von der Idee/ Konzeption bis zum Verkauf (oder Online-Stellen). Man ist die Zentrale, an der alle Fäden zur Bewerbung bzw. Weiterentwicklung eines Produkts zusammenlaufen. Absolventen eines Medieninformatik Studiums arbeiten vorrangig bei IT- oder Internetfirmen als Produktmanager. Beispiel: Das Webportal Immowelt sucht einen Produktmanager Software. Die Aufgaben bestehen aus:

    • Weiterentwicklung der firmeneigenen Softwareprodukte
    • Sicherstellung der einfachen und zuverlässigen Bedienbarkeit
    • Entwicklung von Standards und neuen Konzepten

    Dieser Beruf fordert dementsprechend Kenntnisse in Programmierung, aber auch Überlegungen zur Usability, dem Umgang mit Kunden und die Vermarktung der Software.

    Aufgaben für Produktmanager

    • Planung und Umsetzung von Produkteinführungen und -neuerungen
    • Koordination von Pressearbeit und Marketing
    • Marktforschung und Kontrolle der eingesetzten Maßnahmen

    Berufsaussichten

    Gerade im IT-Bereich haben Absolventen eines Medieninformatik Studiums als Produktmanager gute Karrierechancen. Auf Kundenseite sind nämlich meistens IT-Experten in den Kauf involviert und ein Produkt lässt sich einfach besser vermarkten, wenn sich Käufer und Verkäufer auf einer fachlichen Ebene unterhalten können und verstehen.

    Einblicke in den Beruf

    Wir haben ein Interview geführt:

Firmen und Branchen für Medieninformatiker

Wie man an den oben genannten Beispielen sieht, sind die Einsatzmöglichkeiten und Berufsfelder vielfältig. Ein Online-Marketing-Manager kann in jedem Unternehmen, das sich intensiv mit dem Internet auseinandersetzt, zum Einsatz kommen. Und aufgrund der zunehmenden Verbreitung z.B. von Cloud-Services sind Berater auch gefragt.

Daher stehen Medieninformatikern beispielsweise diese Branchen offen:

  • Softwarehäuser und -agenturen
  • Unternehmensberatungen
  • Agenturen (die z. B. Apps herstellen und betreuen)
  • Internetfirmen
  • Rundfunkanstalten und Verlage
  • Netzwerkunternehmen
  • Film- und Videostudios
  • Industrieunternehmen

Fazit: Dem Absolventen eröffnen sich nach dem Medieninformatik Studium zahlreiche Berufsfelder. Wer sich schon im Studium auf einen Schwerpunkt spezialisiert und Kontakte geknüpft hat, dem dürfte ein Eintritt leichter fallen.

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