Berufsprofil: Medienmanager

Ein Studium im Bereich Medienmanagement, Medienökonomie oder Medienwirtschaft – kurz gesagt an der Schnittstelle von BWL und Medien – bereitet auf die unterschiedlichsten Berufe vor. Damit du dir vorstellen kannst, was du nach dem Studium für Berufschancen bzw. Jobaussichten hast, haben wir nachfolgend einen Überblick zusammengestellt und Interviews mit Absolventen entsprechender Studiengänge geführt. So kannst du direkt einen Blick in den Arbeitsalltag werfen und Karrierewege verfolgen.

Es ist gar nicht so einfach, sich einen Gesamtüberblick über alle Berufe zu verschaffen, die nach einem Medienmanagement Studium offenstehen. Die Vielfalt ist schlichtweg zu groß. Das ist ein Vorteil, kann aber auch ein Nachteil sein, wenn du dich schlecht entscheiden kannst.

Berufsprofil: Medienmanager

Berufe nach dem Medienmanagement Studium

Es ist gar nicht so einfach, sich einen Gesamtüberblick über alle Berufe zu verschaffen, die nach einem Medienmanagement Studium offenstehen. Die Vielfalt ist schlichtweg zu groß. Das liegt daran, dass Medienmanagement an den verschiedenen Hochschulen mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten angeboten wird. An der Dekra Hochschule in Berlin gibt es im Bachelor Medienmanagement bspw. die drei Schwerpunkte Digital Design, Wirtschaftskommunikation und Marketing. An der Hochschule der populären Künste (hdpk) hingegen gibt es im Bachelor die Schwerpunkte Musik- und Eventmanagement, Management in digitalen Medien sowie Journalismus- und PR-Management.

In beiden Fällen heißt der Studiengang „Bachelor Medienmanagement“, er bereitet aber mit den Schwerpunkten auf ganz unterschiedliche Aufgaben vor. Was jetzt nicht heißt, dass ein Student der hpdk kein Marketingmanager werden kann (liegt es auch individuell in der Hand jedes Studierenden, sich durch Praktika und Nebenjobs für bestimmte Berufsfelder zu qualifizieren), aber wahrscheinlicher ist eine Ausrichtung in einem der drei Schwerpunktbereiche.

Tipp: Wenn du schon vor dem Studium weißt, in welchem Bereich du später arbeiten möchtest, ist es wichtig, die Studienverlaufspläne inklusive der Schwerpunkte der verschiedenen Unis und FHs ausführlich zu vergleichen.

Bereich: BWL/Management

In diesen Schwerpunkten liegt der Fokus auf dem Vermitteln betriebswirtschaftlicher Kenntnisse, um in den verschiedensten Medien unternehmerisch tätig zu sein. Drei Beispiele für Berufsfelder sind:

  • Business Development

    Die Medienbranche verändert sich. Wer inseriert sein Auto eigentlich noch in der Zeitung? Oder sucht dort nach Jobs? Kaum einer. Und deshalb müssen sich Zeitungen überlegen, wie sie zukünftig Geld verdienen können. Wikipedia sagt: „Die im Business Development angewandten Techniken umfassen u. a. die Bewertung von Marketing-Chancen und Absatzmärkten, die Geschäftsanalyse von Kunden und Wettbewerbern, die Anbahnung zukünftiger Geschäfte und Folgegeschäfte sowie das Verfassen von Geschäftsplänen und das Entwerfen konkreter Geschäftsmodelle.“ Ein Business Development Manager bei einer Zeitung würde also beispielsweise erkennen, dass ein Geschäftsmodell sein kann, über die Webseite Managementbücher zu verkaufen. Die Expertise der Journalisten des Handelsblatts steht dann dafür, dass die Bücher auch wirklich gut sind.

    Beim Fernsehen hingegen werden Business Developer neue Geschäftsmodelle erschließen, die mit der Verknüpfung von TV und Internet zu tun haben. Zum Beispiel bietet RTL eine Smartphone-App namens „RTL Inside“ an, mit der man z.B. während “Deutschland sucht den Superstar” abstimmen und chatten kann. Geld verdient RTL dann mit Werbung in der App.

    Kurzum: Ein Business Development Manager sorgt dafür, dass ein Unternehmen nicht still steht, sondern sich weiterentwickelt und neue Geschäftsfelder erschließt.

    Aufgaben für Business Development Manager

    • Bewertung von Marketing-Chancen und Absatzmärkten
    • die Geschäftsanalyse von Kunden und Wettbewerbern
    • Entwerfen und Umsetzen konkreter Geschäftsmodelle

    Berufsaussichten: Wie wir gesagt haben: Die Medienbranche ist im Wandel. Daher brauchen die Medien Mitarbeiter, die gute Ideen haben und wissen, wie man mit der Zeit geht und neue Produkte entwickelt und somit neue Einnahmequellen erschließt.

  • Lizenzrechtehandel

    Wie kommen Kinofilme wie James Bond oder amerikanische Serien wie Die Simpsons ins deutsche Fernsehen? Dahinter steckt der Lizenzrechtehandel. Beispiel „Deutschland sucht den Superstar“: Ursprünglich vom Engländer Simon Fuller als Sendung mit dem Namen „Pop Idol“ ausgedacht, gibt es lizenzierte Ableger der Show mittlerweile in über 40 Ländern. Jeder Fernsehsender, der Pop Idol für sein Land adaptieren will, muss mit Simon Fuller einen Vertrag abschließen und entsprechende Gebühren für die Lizenz zahlen. Genauso sieht es bei Serien oder Kinofilmen aus. Die Produzenten von den Simpsons erhalten von Pro7 Geld dafür, dass Pro7 die Folgen in Deutschland ausstrahlen darf. Die genauen Vertragsdetails werden oft lange hin- und herverhandelt.

    Aufgaben für Lizenzhändler

    • Einkauf von Fernsehproduktionen
    • Verhandeln über Preise und Ausstrahlungsmöglichkeiten (z. B. nur im TV oder auch online)

    Berufsaussichten

    Die Fernsehbranche ist schon seit Jahren erfolgreich. Und da es aufgrund der Digitalisierung immer mehr kleine Sparten-Fernsehsender gibt, werden Lizenzhändler benötigt. Gute Lizenzhändler, die gut verhandeln können, sind sehr gefragt.

  • Mediaplanung/Mediaberatung

    Mediaplaner arbeiten meist in Media- bzw. Marketingagenturen und sind die Vermittler zwischen Werbetreibenden und Medien. Beispiel: Mercedes möchte die neue A-Klasse als ein Auto für die Zielgruppe „Junge Leute“ vermarkten. Der Mediaplaner erstellt durch Markt- und Zielgruppenanalysen eine Strategie, in welchen Medien zu welchen Zeiten geworben wird. Welche Fernsehsendungen werden von der Zielgruppe geschaut? Auf welchen Webseiten surft die Zielgruppe? Welche Zeitschriften liest die Zielgruppe? Diese Fragen beantwortet der Mediaplaner und setzt dann das entsprechende Budget um.

    Aufgaben für Mediaplaner/Mediaberater

    • Markt- und Zielgruppenanalyse
    • Erstellen von Strategie-Papieren
    • Auswertung der durchgeführten Maßnahmen
    • Kontakt und Absprache mit dem Kunden

    Berufsaussichten

    Früher konnten Unternehmen (vereinfacht gesagt) in drei Medien werden: Zeitungen/ Zeitschriften, Fernsehen und im Radio. Durch die immer vielfältiger werdenden Möglichkeiten (Millionen Webseiten, tausende Zeitungen/ Zeitschriften, hunderte Fernsehsender, etc) sind Mediaplaner wichtig, damit Firmen ihr Marketingbudget bestmöglich einsetzen.

Bereich: Marketing

Marketing gehört zu den wichtigsten Aufgaben von Unternehmen. Wenn ein Unternehmen sein Produkt nicht verkauft, dann wird es nicht lange überleben. Und wenn nicht-gewinnorientierte Verbände wie z.B. Greenpeace nicht auf Ihr Anliegen aufmerksam machen, werden sie keine Spenden erhalten. Es geht also darum, gesucht und gefunden zu werden. Für Absolventen eines Medienmanagement Studiums mit einem Schwerpunkt im Bereich Marketing stehen daher zum Beispiel folgende Berufe offen:

  • Online-Marketing-Manager

    Du bist das beste Beispiel dafür, dass Informationen heutzutage vor allem im Internet gesucht werden. Denn auch du informierst dich ja hier über ein Studium und sicherlich auf anderen Seiten z.B. über Kleidung, Urlaube, Stars oder Autos.

    Als Online-Marketing-Manager ist man dafür zuständig, dass du, der Suchende, auf die Seite des Unternehmens stößt und dort eine Aktion ausführst. Zum Beispiel den Kauf von Schuhen oder das Buchen einer Reise. Auf dem Weg vom Erstellen einer Verkaufs-Webseite (z.B. eines Online-Shops) bis zum letztendlichen Verkauf, sind je nach Unternehmensgröße verschiedene Online-Marketing-Manager mit unterschiedlichen Aufgaben beteiligt.

    Aufgaben für Online-Marketing-Manager

    • Suchmaschinenoptimierung
    • Planen von Online-Marketing-Maßnahmen (z.B. Werbebanner buchen)
    • Weiterentwicklung der Webseite (z.B. zur Verringerung der Kaufabbrüche)
    • Kontrolle der eingesetzten Marketing-Maßnahmen

    Berufsaussichten

    Durch die zunehmende Digitalisierung und die Verbreitung des Internets werden Online-Marketing-Manager in Zukunft jederzeit gebraucht. Die Zukunft des Handels liegt im Internet und umso mehr Unternehmen dort um Kunden werben, desto bessere Online-Marketing-Manager brauchen sie.

    Einblicke in den Beruf

    Wir haben folgende Interviews mit Online-Marketing-Managern geführt:

  • Produktmanager

    Produktmanager sind für einen bestimmten Unternehmensbereich zuständig und verantworten die Entwicklung dieses Bereichs. Beispiel: Für die Zeitung „Handelsblatt“ wird ein Produkt Manager gesucht. Zu den Aufgaben gehören:

    • Anzeigen-Marketing für das Handelsblatt
    • Preis- und Umsatzplanung sowie Budgetverantwortung
    • Entwicklung innovativer Vermarktungsideen für die Titel sowie Koordination von externen Vermarktungsdienstleistern
    • Planung und Durchführung von Marketingaktionen und Veranstaltungen
    • Gemeinsame Kundenbesuche mit dem Sales-Bereich
    • Konzeption objektspezifischer Kundenveranstaltungen

    Produktmanager gibt es in den verschiedensten Bereichen. So hat z. B. die Reise-Webseite Trivago einen Produktmanager, der sich um die Entwicklung der Community kümmert. Die Aufgaben sind u. a. die Planung und Einführung neuer Features, das Vermarkten der Community (um damit Geld zu verdienen) und das kontinuierliche Verbessern der Webseite.

    Aufgaben für Produktmanager

    • Planung von Produkteinführungen und -neuerungen
    • Koordination von Pressearbeit und Marketing
    • Marktforschung und Kontrolle der eingesetzten Maßnahmen

    Berufsaussichten

    Produktmanager sind unmittelbar für den Erfolg eines Unternehmensbereichs verantwortlich. Wer erfolgreich ist und „sein“ Produkt so gut vermarktet, dass es sich z.B. sehr gut verkauft, hat gute Karrierechancen.

    Einblicke in den Beruf

    Wir haben folgende Interviews mit Medienprofis geführt:

Bereich: Kommunikation / Öffentlichkeitsarbeit / PR

Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich der Kommunikation. Eigentlich kann man diesen Bereich auch im Marketing eingliedern, denn Pressesprecher sind zum Beispiel auch dafür da, dem Unternehmen Aufmerksamkeit zu verschaffen. Aber da es verschiedene Schwerpunkte in Medienmanagement Studiengängen gibt, haben wir dazu weitere Berufsfelder beschrieben:

  • Public Relations (Öffentlichkeitsarbeit)

    In dieses Gebiet fallen sämtliche Angaben, die ein Unternehmen über sich herausgibt. Von Pressemitteilungen über Börsenbekanntmachungen bis zur Krisenkommunikation sind Mitarbeiter im Bereich Public Relations dafür zuständig, ein Unternehmen nach außen darzustellen.

    Public Relations Manager können sich meist zwischen zwei Arbeitgebern unterscheiden: Unternehmen und PR-Agenturen, die für verschiedene Firmen arbeiten. Zu den Aufgaben gehört es beispielsweise, Kontakt zu Medienvertretern zu halten und das Firmenprodukt in den Medien bestmöglich zu platzieren. Oder Kommunikationsmaßnahmen vorzubereiten, falls ein Unternehmen Mitarbeiter entlassen muss und dadurch evtl. die Öffentlichkeit aufmerksam wird.

    Aufgaben für PR-Manager

    • Erarbeitung von PR-Strategien
    • Steuerung der Kommunikationspolitik eines Unternehmens
    • Durchführung von Messen, Produktpräsentationen oder Events
    • Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen wie Marketing und Produktmanagement

    Berufsaussichten

    Die richtige Kommunikation ist unheimlich wichtig, um sich als modernes Unternehmen innerhalb der verschiedensten Medien und Zielgruppen zu bewegen. Zwar werden im Bereich PR/ Öffentlichkeitsarbeit keine überdurchschnittlichen Gehälter gezahlt, aber für Absolventen eines Medienmanagement Studiums, die gut schreiben und sich ausdrücken können, gibt es spannende Einstiegsmöglichkeiten.

    Einblicke in den Beruf

    Wir haben ein Interview mit einem Medienprofi geführt:

  • Social Media Manager

    Eigentlich muss man Social Media Management in den Bereich des Online-Marketings zählen. Denn ohne Internet kein Social Media. Da es für Social Media Manager aber vorrangig um die Kommunikation mit Kunden geht, haben wir den Beruf auch im Abschnitt Kommunikation eingeordnet.

    Sicherlich bist du auch bei Facebook und dort schon mit den unterschiedlichsten Firmen in Kontakt gekommen. Social Media Manager sorgen dafür, dass ein Unternehmen in den sozialen Medien wie Facebook, YouTube oder Twitter mit der richtigen Strategie vertreten ist und transportieren so das Firmenimage. Sie stehen meist in direktem Kontakt zum Kunden und müssen z.B. bei „Shitstorms“ eingreifen und die Wellen glätten.

    Aufgaben für Social-Media-Manager

    • Koordination und Steuerung der Unternehmensaktivitäten in sozialen Online-Medien
    • Überwachung einheitlicher Kommunikations-Standards
    • Entwickeln von Konzepten, um Social Media gewinnbringend(er) einzusetzen.

    Berufsaussichten

    Wenn der Boom der sozialen Medien weiterhin anhält, werden Social Media Manager auch weiterhin gefragt sein. Der Karriereweg kann von der Betreuung des Facebook-Accounts über die Jahre bis zum Leiter des Online-Marketings gehen.

    Einblicke in den Beruf

    Wir haben folgende Interviews mit Social Media Managern geführt:

Firmen und Branchen für Medienmanager

Je nach Schwerpunktlegung innerhalb des Studiums offenbaren sich für Absolventen eines Medienmanagement / Medienwirtschaft / Medienökonomie / Media Management Studiums Arbeitsfelder unter anderem bei folgenden Unternehmen und Branchen:

  • Rundfunk- und TV-Anstalten
  • Print- und Musikverlage
  • Werbe- und Marketingagenturen
  • Kommunikations- und Marketingabteilungen in Unternehmen
  • Videostudios, Filmproduktionsunternehmen
  • Online-/Internetfirmen
  • Unternehmensberatungen
  • Bildungseinrichtungen

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