Welche Berufswege eröffnen sich eigentlich nach einem Medieninformatik Studium? Irgendwas mit Computern, ja. Aber was genau? In unserer Rubrik "Medienprofis berichten aus ihrem Beruf" gewähren Absolventen verschiedener Medienstudiengänge Einblicke in ihr Berufsleben.

Für das nachfolgende Interview hat sich dankenswerterweise Danny B., SEO Manager bei einem Hersteller von Consumer-Audioprodukten, Zeit genommen und berichtet aus seinem Berufsalltag. 

SEO-Manager
SEO-Manager

SEO-Manager

Danny B.

Bachelor und Master Medieninformatik an der Hochschule Anhalt und Beuth Hochschule Berlin

SEO-Manager bei einem Hersteller von Consumer-Audioprodukten

Interview

Lieber Herr B., Sie haben den Bachelor Medieninformatik an der Hochschule Anhalt und den Master Medieninformatik an der Beuth Hochschule Berlin studiert. Warum haben Sie sich für dieses Studienfach entschieden und was hat Sie an den Berufsmöglichkeiten gereizt?

Zur Medieninformatik kam ich, weil ich zuvor eine schulische Ausbildung im Bereich Informatik absolviert habe. Auf Grundlage der Eindrücke daraus und weil Köthen als Standort zu meinem damaligen Wohnort perfekt nah lag, war das Studium eine optimale Möglichkeit gleichzeitig „irgendwas mit Medien“ und Computern zu machen. Wie bei vielen, die in dieses Umfeld einsteigen, war auch für mich noch während des Studiums meine berufliche Orientierung lange unklar. Im Laufe des Studiums lernt man dann seine Kenntnisse in den unterschiedlichen Bereichen einzuschätzen und durch Praktika auch, wie bei mir, was man nicht machen möchte. Zum SEO (bedeutet Suchmaschinenoptimierung) kam ich weniger über das Studium als vielmehr über eine Anfrage von Bekannten, die eine Webseite haben wollten. Diese habe ich umgesetzt und kam dann zwangsläufig mit dem Thema in Berührung. Da habe ich gemerkt, dass es mir verdammt viel Spaß macht. Deswegen habe ich auch während des Masterstudiums mit Werkstudententätigkeiten als SEO begonnen.

Wie sah Ihr Werdegang nach dem Studienabschluss bis zu Ihrem heutigen Job aus? Und was waren die typischen Einstiegsjobs Ihrer Kommilitonen?

Ein glücklicher Zufall wollte es, dass meine Bewerbung auf eine Stelle im Marketingbereich zeitgleich auf die Ausschreibung der Geschäftsführungsassistenz passte, sodass ich diese Stelle als meinen ersten Vollzeitjob nach dem Studium als Assistentin der Geschäftsführung antrat und dort Erfahrungen sammeln konnte.

Nach dem Studium habe ich mich auf Grundlage meiner Werkstudententätigkeit gezielt nach einem Job als SEO umgesehen und war in einer Agentur angestellt, die Kunden in diesem Bereich betreut. Ich habe jedoch festgestellt, dass ich meine Zukunft nicht im Umfeld einer Agentur sehe. Obwohl man sehr viele Möglichkeiten hat, sich stetig weiterzubilden, ist die Arbeitsweise doch eine andere als für ein konkretes Unternehmen. So habe ich mich bewusst für eine Tätigkeit bei einem Unternehmen und deren Webseiten entschieden (Inhouse SEO).

Meine ehemaligen Kommilitonen bewegen sich hauptsächlich im Umfeld der (Web-)Entwicklung, aber auch Server- und Systemadministratoren sind darunter. Nur ein Kommilitone hat den gleichen Berufszweig gewählt wie ich.

Kommen wir zu Ihrem Beruf: Welche Aufgaben haben Sie als SEO Manager?

SEO ist sehr facettenreich und bei der Arbeit kann man in die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete eintauchen.

Eine Suchergebnisseite gliedert sich in zwei Teile: Die bezahlte und die sogenannte organische Suche. SEO wird nur für die organische Suche betrieben.

Da Google in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung einnimmt, geht es in erster Linie um die Optimierung für diese Suchmaschine. Wer schon einmal von SEO gehört hat und es mit ganz vielen Keywords und weißem Text auf weißem Hintergrund assoziiert, der redet von SEO vor ungefähr 13 Jahren. Vielmehr geht es heutzutage darum, dem Nutzer einer Webseite Inhalte auf Grundlage seiner Suchintention bereitzustellen, um auch darüber positive Signale an die Suchmaschine, wie Google, zu senden. Dahinter liegt ein Suchmaschinenalgorithmus der die Ergebnisse bewertet und ordnet. Durch organisatorische (Stichwort Informationsarchitektur) und technische Maßnahmen kann man eine Webseite für diesen Algorithmus aufbereiten. Im Großen und Ganzen will man die Suchmaschine davon überzeugen, dass die eigene Webseite die besten Inhalte zu einem Thema liefert.

SEO ist sehr facettenreich und bei der Arbeit kann man in die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete eintauchen. Beispielsweise ist das Domainmanagement mit der Arbeit von Serverinfrastrukturen verbunden. Arbeitet man direkt an und mit Domains kommt man, wenn auch nur oberflächlich, in Kontakt mit PHP, HTML, JavaScript oder anderen Webprogrammiersprachen. Das Konzipieren von Inhalten geht dagegen mit gewissen strukturellen und weniger informatiklastigen Prozessen einher. In jedem Fall benötigt man aber gute analytische Kenntnisse, um die getane Arbeit auch auswerten und auf deren Basis Anpassungen vornehmen zu können. Mit Zahlen sollte man also sicher umgehen können.

Gerade weil SEO innerhalb eines Unternehmens in der IT oder im Marketing aufgehangen sein kann, ist es für mich die perfekte Schnittstelle zwischen „Medien“ und „Informatik“. Dabei kann ich meine technischen Skills einbringen und auch verkaufsorientierte Prozesse steuern. In der Regel arbeitet man mit Webprogrammierern, der PR-Abteilung, der Grafik bzw. Webdesignern und vor allem anderen Marketingbereichen zusammen.

Wenn jemand den gleichen Karriereweg wie Sie einschlagen möchte – was würden Sie ihm/ ihr raten?

Den beruflichen Einstieg ebnet man sich entweder durch die eigenen Webprojekte oder Praktika bzw. Werkstudententätigkeit.

Tu es nicht. :) Ok, im Ernst. Ganz wichtig für SEO ist das stetige Dazulernen. Das fängt bei der Informationsbeschaffung über Twitter oder anderen Social Media Kanälen an, geht über das Lesen von Blogs und geht über zu eigenen Webprojekten, an denen man testen und lernen kann. Nichts bei der Suchmaschinenoptimierung ist so wichtig wie eigene Erfahrungen zu machen und Aussagen in Blogs etc. kritisch zu beäugen. Den beruflichen Einstieg ebnet man sich entweder durch die eigenen Webprojekte oder Praktika bzw. Werkstudententätigkeit.

Vielen Dank für diesen interessanten Einblick in Ihren Beruf!

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