Welche Berufswege eröffnen sich eigentlich nach einem Medientechnik Studium? Für Studieninteressenten und -anfänger ist es nicht leicht, Einblicke hinter die Kulissen der verschiedenen Jobmöglichkeiten zu erlangen. Dabei helfen wir. In unserer Rubrik "Medienprofis berichten aus ihrem Beruf" gewähren Absolventen verschiedener Medienstudiengänge Einblicke in ihr Berufsleben.

Im nachfolgenden Interview berichtet Carolin H., Product Marketingmanagerin in einem großen internationalen IT Unternehmen, über ihren Werdegang nach dem Studium und ihr Berufsfeld.

Product Marketingmanagerin
Product Marketingmanagerin

Product Marketingmanagerin

Carolin H.

Bachelor Medientechnik an der Hochschule Emden/Leer

Product Marketingmanagerin bei einem IT-Unternehmen

Interview

Liebe Frau H., Sie haben den Bachelor Medientechnik an der Hochschule Emden/Leer studiert. Warum haben Sie sich für dieses Studienfach entschieden und was hat Sie an dem Berufsfeld gereizt?

Ich habe nach meinem Abitur ein Jahr in einem Fotostudio gearbeitet. Da es dort für mich keine Möglichkeit gab eine Ausbildung zu machen, habe ich mich nach einer Alternative umgeschaut. Für mich war klar, dass ich auf jeden Fall etwas mit Medien machen möchte, am liebsten in Kombination mit der Fotografie.

Per Zufall bin ich dann auf die Webseite der Hochschule Emden/Leer gelandet und konnte mir dort einen Einblick in das Fach Medientechnik machen. Die Kombination aus Technik und kreativen Arbeiten hat mein Interesse geweckt und so habe ich mich dort beworben und wurde auch direkt angenommen.

Das Studium der Medientechnik war zwar zu Beginn nicht leicht, aber der Aufwand hat sich definitiv gelohnt. Es ist ein sehr interessantes Studium mit vielen Möglichkeiten in der Vertiefung, was einem später viele Möglichkeiten bietet in der Berufswahl ( z.B. Kameramann/-frau, Tontechniker, Programmierer, Grafiker, Produkt Management, Produkt Marketing, o. ä.). Ich habe zusätzlich zu diesem Studium noch die Option erhalten, eine Zusatzqualifikation als Vertriebsingenieurin zu absolvieren. Dadurch haben sie für mich noch mehr Perspektiven geöffnet.

Wie sah Ihr Werdegang nach dem Studienabschluss bis zu Ihrem heutigen Job aus? Und was waren die typischen Einstiegsjobs Ihrer Kommilitonen?

Nach meinem Studium war ich leider erst einmal ein halbes Jahr arbeitslos bzw. ich habe auf 400-Euro-Basis gejobbt. Kein einfacher Anfang für mich, vor allem da ich mehr als 20 Bewerbungen geschrieben habe und auch einige Bewerbungsgespräche dabei waren. Während unseres Studiums hatten wir leider wenig Zeit Praktika zumachen. Mittlerweile wurde jedoch ein Praxissemester eingeführt.

Neben den Bewerbungen habe ich mich dann nach einem Masterstudiengang umgeschaut. Einen passenden für mich habe ich an der FOM gefunden, Marketing und Sales. Das war eine Möglichkeit, mein Vertriebswissen zu vertiefen und durch den Bereich Marketing einen weiteren Schwerpunkt aufzunehmen. Der Studiengang ist berufsbegleitend und ich hatte auch schon eine Firma gefunden, die mich bei diesem Vorhaben unterstützen wollten. Es handelt sich dabei um ein IT Systemhaus, wo ich dann gut ein halbes Jahr nach meinem Bachelorabschluss im Bereich Medientechnik und Marketing angefangen habe. Dort habe ich mich u.a. um die ganze grafische Gestaltung von Flyern, etc. gekümmert.

Viele meiner Kommilitonen haben nach ihrem Abschluss noch ein Masterstudium angefangen (Multimediatechnik, Medieninformatik und Medientechnik). Einige arbeiten im Bereich der Programmierung, sei es z.B. Software-, Webseiten- oder App-Entwicklung. Des Weiteren gibt es Kommilitonen, die sich selbstständig gemacht haben oder die im Bereich Consulting tätig sind. Worin genau kann ich aber leider nicht sagen, da ich deren genauen Tätigkeiten dort nicht kenne.

Ich habe in den letzten zwei Jahren Vollzeit bei dem IT Systemhaus gearbeitet und nebenbei mein Master-Studium absolviert. Seit dem 01.10. bin ich nun im Bereich Produkt Marketing für Server und Software tätig.

Kommen wir zu Ihrem Beruf: Welche Aufgaben haben Sie als Marketing Managerin im Product Marketing?

Ich kommuniziere viel mit den Ländern, habe regelmäßige Telefonkonferenzen und Meetings und setze ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Produkt-Marketing-Team eigene Kampagnen und Aktivitäten um.

Also meine offizielle Bezeichnung ist Professional Consultant. Mit dieser Berufsbezeichnung bin ich bei dem Unternehmen angestellt, bei dem ich die letzten 2 Jahre schon gearbeitet habe. Projektbedingt arbeite ich derzeit jedoch bei einer Partnerfirma im Bereich Produkt Marketing für Server und Software Produkte. Ich werde auch als Funded Head bezeichnet, da ich dafür zuständig bin, Produkte zu vermarkten und ca. 25 Länder dabei finanziell zu unterstützen, dass diese ihre Marketingaktivitäten erfolgreich umsetzen können. Das heißt, ich kommuniziere viel mit den Ländern, habe regelmäßige Telefonkonferenzen und Meetings und setze ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Produkt-Marketing-Team eigene Kampagnen und Aktivitäten um.

Es handelt sich um ein internationales Unternehmen und eine große Herausforderung ist vor allem die gesamte Kommunikation mit allen Ländern und dessen Aktivitäten mitzukoordinieren aus Deutschland. Ich habe sehr große Verantwortung, da ich diese Position bei diesem Unternehmen alleine besetze und somit kein Ansprechpartner zur Verfügung steht und ich für alles verantwortlich bin, was andere Länder durchführen etc.

Das tolle und spannende kann ich derzeit noch nicht sagen, da ich ja auch gerade erst angefangen habe. Es wird jedoch ein große Herausforderung werden, die vielen Dinge von Deutschland aus zu koordinieren, darauf zu achten, dass die Zahlen auch stimmen und das auch die kleinen Länder vernünftig unterstützt werden.

Wenn jemand den gleichen Karriereweg wie Sie einschlagen möchte – was würden Sie ihm/ ihr raten?

Praktika sind extrem wichtig. Viele Unternehmen stellen größtenteils nur ein, wenn man Berufserfahrung vorweisen kann. Ich konnte es zwar, durfte mir aber dennoch oft genug anhören, dass es nicht fachspezifisch war und es dem Unternehmen somit wenig bringt. Daher rate ich dazu, sich früh im Studium klar zu werden, was man machen möchte und wo man später hinmöchte. Und dann versuchen, darauf die Praktika und vielleicht auch einen Nebenjob auszurichten. Möglichkeiten gibt es dafür genug.

Ob ein berufsbegleitendes Studium das richtige für jemanden ist, kann ich schwer sagen. Man sollte sich auf jeden Fall darüber im Klaren sein, dass die freie Zeit sehr zu kurz kommt und ebenfalls viel Arbeit vor einem steht. Das ist nicht gerade einfach und auch nicht für jeden gemacht. Ich würde es zum Beispiel so nicht mehr machen, sondern meinen Master auch in Vollzeit absolvieren.

Vielen Dank für diesen interessanten Einblick in Ihren Beruf!

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