Welche Berufswege eröffnen sich eigentlich nach einem Medieninformatik Studium? Irgendwas mit Computern, ja. Aber was genau? In unserer Rubrik "Medienprofis berichten aus ihrem Beruf" gewähren Absolventen verschiedener Medienstudiengänge Einblicke in ihr Berufsleben.

Für das nachfolgende Interview hat sich dankenswerterweise Stefan R., Produktmanager bei einem Softwareanbieter, Zeit genommen und berichtet aus seinem Berufsalltag.

Produktmanager
Produktmanager

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Stefan R.

Bachelor und Master Medieninformatik an der Hochschule der Medien in Stuttgart

Produktmanager bei einem Softwareanbieter

Interview

Lieber Herr R., Sie haben den Bachelor und Master Medieninformatik an der Hochschule der Medien in Stuttgart studiert. Warum haben Sie sich für dieses Studienfach entschieden und was hat Sie an den Berufsmöglichkeiten gereizt?

Meine berufliche Laufbahn habe ich mit einer Ausbildung zum Informatikkaufmann bei der Sparkasse begonnen. Informationstechnologie war für mich schon zu Schulzeiten ein spannendes Themenfeld und ein berufliches Engagement in diesem Bereich daher der optimale Weg um privates Interesse mit beruflichem Alltag zu verknüpfen. Nach meiner Ausbildung habe ich Lust auf mehr bekommen und mich dann ganz bewusst für dieses Teilgebiet der Informatik entschieden, da mir das reine Informatik Studium zu wissenschaftlich erschien und die Verknüpfung zur digitalen Medienwelt die perfekte Ergänzung darstellte.

Nach dem Bachelor war ich mir dann noch nicht ganz sicher, wo meine Reise hingehen sollte und da der Master-Studiengang meiner Fakultät attraktiv ist, habe ich mich entschlossen, weiterzumachen. Dadurch habe ich weiterführende Themengebiete wie Unternehmensstrategie oder dann letztendlich auch Produktmanagement kennengelernt. Wo ich dann ja später auch meinen beruflichen Einstieg hatte.

Wie sah Ihr Werdegang nach dem Studienabschluss bis zu Ihrem heutigen Job aus? Und was waren die typischen Einstiegsjobs Ihrer Kommilitonen?

Auf der Suche nach einem geeigneten Thema zur Master Thesis habe ich mich mit verschiedenen Professoren unterhalten und kam so an den Kontakt zur Heiler Software AG. Heiler hatte die Idee gefallen, dass ich als Student meine Abschlussarbeit über Produktmanagement bei ihnen schreibe. Mit dem Ergebnis war die Geschäftsleitung scheinbar zufrieden, was mir dann auch direkt die Zusage für einen unbefristeten Arbeitsvertrag einbrachte. Nach zwei spannenden Jahren kam es dann Ende 2012 zu einer Übernahme des Unternehmens durch meinen heutigen Arbeitgeber aus San Francisco. Ein echter Glücksfall, da sich dadurch mein Aufgabengebiet um viele spannende Dinge erweiterte.

Ein typischer Einstiegsjob nach dem Master in Computer Science and Media an der HdM Stuttgart ist schwer auszumachen. Man kann sich von Anfang an über die verschiedenen Wahlmodule ein individuelles Kernprofil zusammenstellen. Daher findet man unser Abschlussjahr auch in unterschiedlichsten Wirtschaftsbereichen wieder. Manche haben sich mit einer eigenen Idee Selbständig gemacht, andere arbeiten mittlerweile in leitenden Funktionen bei großen IT-Unternehmen oder haben sich sogar dazu entschlossen, nach dem Studium zu promovieren.

Kommen wir zu Ihrem Beruf: Welche Aufgaben haben Sie als Produkt-Manager?

Als Produktmanager bei einem Softwareunternehmen ist man an fast allen Fronten im Einsatz.

Als Produktmanager bei einem Softwareunternehmen ist man an fast allen Fronten im Einsatz. Im Kern geht es darum, Softwareprodukte konzeptionell so zu kreieren und weiterzuentwickeln, dass (potentielle) Kunden damit Problemstellungen in ihrem Unternehmensalltag lösen können. Das Wichtigste ist also, den Markt, die Zielgruppen, potentielle Probleme, die mit der Software gelöst werden sollen und neue Trends zu verstehen, um die richtigen Entscheidungen für die Weiterentwicklung ableiten zu können.

Dabei ist es notwendig, mit unterschiedlichen Interessensgruppen gemeinsame Lösungswege zu schaffen. Was ist für das kommende Release wichtig? Für die Entwicklung ist es vielleicht ein refactoring der Plattform, die Projektleitung wünscht sich, daß projektspezifische Softwareanpassungen zukünftig komfortabler erstellt werden können, Bestandskunden pochen auf die Verbesserung bestehender Komponenten, der Vertrieb möchte neue Innovationen, die eine bessere Position in Wettbewerbssituationen ermöglichen, usw. Man kann sich also vorstellen, wie wichtig es ist, sich in verschiedene Positionen hineinversetzen zu können, um dann die passende strategische Richtung für das Produkt festzulegen. Das ist nicht einfach und da Ressourcen leider nie unendlich sind, ist es das ultimative Ziel des Produktmanagements, durch eine sinnvolle Roadmap den besten Plan für die Weiterentwicklung festzulegen. Kommunikation und Moderation sind daher meiner Meinung nach absolute Schlüsselqualifikationen. Man muß die Ideen nicht selbst haben, sondern viel mehr im Gespräch mit anderen ableiten können.

Hinzu kommt, daß man natürlich auch viel direkten Kontakt mit Bestandskunden oder potentiellen Neukunden hat. Häufig präsentiert man bei großen Veranstaltungen, gibt Webinare oder spricht vor Kunden über sein Produkt und wie es ihr Leben einfacher macht. Gerade bei einem Unternehmen wie meinem Arbeitgeber bedeutet dies, dass man auch mal auf Reisen ist und ein einigermaßen sicheres Englisch haben sollte. Ich habe daher beruflich schon viele verschiedene Länder bereist (USA, Kanada, England, Irland, Norwegen, etc.), was natürlich auch unheimlich großen Spaß macht.

Wenn jemand den gleichen Karriereweg wie Sie einschlagen möchte – was würden Sie ihm/ ihr raten?

Sei offen für unterschiedliche Sichtweisen und zeige Begeisterung für neue Themen.

Sei offen für unterschiedliche Sichtweisen und zeige Begeisterung für neue Themen. Mir persönlich hat es geholfen, dass ich während meines Studiums die Möglichkeit wahrgenommen habe, auch Vorlesungen aus anderen Studienfächern zu besuchen.

Es ist absolut von Vorteil, wenn man ein technisches Grundverständniss besitzt, um mit Entwicklern auf Augenhöhe diskutieren zu können. Aber gleichzeitig sollte man auch mit dem Abteilungsleiter eines Kundenunternehmens über damit zusammenhängende Businessthemen sprechen können.

Wenn das für Dich wie eine spannende Aufgabe klingt, solltest Du unbedingt die Augen nach einer Stelle als Werkstudent offen halten. 

Vielen Dank für diesen interessanten Einblick in Ihren Beruf!

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