Viele Studieninteressenten können sich nicht vorstellen, welche vielfältigen Jobs man nach einem Medienstudium aufnehmen kann. Das liegt an den dutzenden interessanten Jobmöglichkeiten in der Branche. In unserer Rubrik "Medienprofis berichten aus ihrem Beruf" gewähren viele Experten Einblicke in ihr Berufsleben.

Für das nachfolgende Interview hat sich dankenswerterweise Peter P., Projektmanager Interactive bei einem Medienvermarkter der Mediengruppe RTL, Zeit genommen und berichtet aus seinem Berufsalltag.

Projektmanager
Projektmanager

Projektmanager Interactive

Peter P.

Bachelor und Master Medienwissenschaften an der Universität Bochum

Projektmanager Interactive bei einem Medienvermarkter (Mediengruppe RTL)

Interview

Lieber Herr P., Sie haben den Bachelor und Master in Medienwissenschaften an der Uni Bochum gemacht. Wieso haben Sie sich für die Medien als Studien- und Berufsfeld entschieden?

Ich habe mich für diesen Studiengang entschieden, weil ich schon immer ein sehr hohes Interesse an Medien und all ihren diversen Eigenschaften und Funktionalitäten gehabt habe und für mich persönlich schon früh feststand, dass es beruflich in diese Richtung gehen soll. Medien definieren unser Weltverständnis und es ist genau diese ihnen inhärente Eigenschaft, die mich sehr begeistert. Das Studium gab mir nun die Möglichkeit, ein fundiertes Wissen aufzubauen über die diversen Medien und das Mysterium somit Schritt für Schritt für mich selbst aufzulösen. Ich wurde konfrontiert mit theoretischen, institutionellen, historischen und kulturelle Faktoren und darüberhinaus gab es durch verschiedene Projektmodule auch einen konkreten Bezug zur Medienpraktik, beispielsweise in Form eines Kurses über das Drehbuchschreiben.

Wie sah Ihr Werdegang nach dem Studienabschluss aus? Sind Sie der Medienbranche treu geblieben? Und was waren die typischen Einstiegsjobs Ihrer Kommilitonen?

Parallel zum Schreiben meiner Masterarbeit habe ich ein Praktikum bei der Vermarktungsgesellschaft, bei der ich heute arbeite, absolviert. Das Praktikum hatte jetzt nichts mit dem Thema meiner Arbeit zu tun, jedoch wollte ich nicht nur zu Hause rumsitzen und schreiben, sondern nebenbei auch praktische Erfahrung sammeln. Gegen Ende des sechsmonatigen Praktikums habe ich dann letztendlich meine Abschlussarbeit finalisieren und mein Studium abschließen können. Wie es dann so üblich ist, habe ich mich direkt in die Bewerbungsphase geschmissen und diversen Unternehmen meine Unterlagen zukommen lassen. Um dabei jedoch nicht den ganzen Tag zu Hause rumzusitzen, habe ich mein Praktikum um drei Monate verlängert.

Meine damaligen Arbeitskollegen haben mich stets dazu animiert, mir doch mehrmals die internen Stellenausschreibungen der Mediengruppe RTL durchzulesen. Dort konnte ich dann letztendlich die Ausschreibung eines offenen Jobs finden, die mich interessiert hat, und der vor allem auch im Themenbereich angesiedelt war, mit dem ich während meines Praktikums konfrontiert wurde. Für diesen Job habe ich mich sofort beworben und glücklicherweise bin ich gerade noch so in die Bewerbungsphase reingerutscht (mit externen Bewerbern wurden schon 2-3 Gespräche geführt). Aufgrund meiner gesammelten praktischen Vorerfahrungen und aufgrund Empfehlungen von damaligen Arbeitskollegen hat es dann auch mit dem Job geklappt und ich habe als Junior Projektmanager Kooperation bei der RTL interactive GmbH begonnen.

Kommilitonen von mir haben verschiedene Bereiche angesteuert. Eine Kollegin begann beispielsweise als Radiomoderatorin im Saarland, ein Kollege wurde Unternehmensberater bei einem renommierten Unternehmen und ein weiterer Kollege wurde freier Journalist.

Kommen wir zu Ihrem Beruf: Mittlerweile sind Sie Projektmanager Interactive bei einem Medienvermarkter (Mediengruppe RTL). Was können wir uns unter Ihrem Beruf vorstellen?

Zusammengefasst liegt das Tolle und Spannende an meiner Tätigkeit darin, dass man stets seinen Horizont erweitert.

Unter dem Beruf können Sie sich vor allem eine sehr spannende Aufgabe mit vielen Herausforderungen vorstellen. Als Projektmanager Interactive bin ich verantwortlich für diverse Online-Kooperationen der Mediengruppe RTL. Online-Kooperation ist dabei zu verstehen als das onlineseitige Zusammenarbeiten der Mediengruppe RTL mit einem externen Unternehmen, wenn dieses beispielsweise sein Online-Angebot auf einer der Seiten des RTL-Netzwerks platzieren möchte. Das meint beispielsweise die Integration eines E-Commerce Partners auf der RTL.de.

Meine Aufgabe beginnt nach der Vertragsunterschrift. Sales-Kollegen kümmern sich darum, einen potentiellen neuen Partner ausfindig zu machen und führen die Vertragsgespräche. Sobald der Vertrag dann unterzeichnet ist, komme ich ins Boot und bin dafür verantwortlich, dass die Partnerintegration auf der Seite einwandfrei und zum vereinbarten Zeitpunkt stattfindet. Hierbei bin ich in der Pflicht diverse interne Schnittstellen zu briefen und projektbezogen zu koordinieren. Das umfasst Bereiche wie Grafik, Technik/IT, Redaktion oder die Rechtsabteilung. Absolvieren alle Schnittstellen ihre Arbeit und ist die Kooperation gestartet, so bin ich nunmehr Marketingveranwortlicher und habe dafür zu sorgen, dass die Kooperation bestmöglich im RTL Netzwerk beworben wird.

Die Konzeption, Steuerung und letztendlich die Evaluation von crossmedialen Kampagnen (Online, Mobile, TV) liegt somit in meiner Hand und ich bin verantwortlich für den Erfolg oder das Scheitern der Kooperation. In diesem Sinne bin ich verantwortlich für die Positionierung der Partnermarke im passenden RTL Umfeld, sowie der Positionierung der RTL-Marke und muss stets Optimierungen durchführen, um das bestmöglichste Resultat für den Partner herauszuholen. Die Kooperationspartner sind diverser Natur. Es können E-Commerce Anbieter sein mit den diversesten Produkten (z.B. Mode/Fashion, Elektronik), als auch Buchverlage, die online auf ihre Titel aufmerksam machen und den Absatz antreiben wollen, oder aber Online Dienstleistungen.

Die Herausforderung für einen Projektmanager ist es, diverse Kooperationen gleichzeitig zu betreuen, was ein wirklich sehr hoher Aufwand ist. Die eigene Kreativität ist gefordert um auch wirklich jeden Kooperationspartner glücklich zu stimmen. Es gibt kein vordefiniertes Buch, in dem man jeden Schritt ablesen kann. Jede Kooperation ist anders und neu und so ist man immer wieder vom neuen dazu gezwungen alles genaustens zu analysieren und die optimalsten Schritte einzuleiten um einen Erfolg herbeizuholen.

Zu meinen weiteren Aufgaben gehört die kontinuierliche Planung, Durchführung und Evaluation von Marktstudien mit dem Ziel, die Produkte der Mediengruppe RTL stets weiterzuentwickeln und der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Dies ist nicht nur eine sehr herausfordernde Aufgabe, sondern vor allem auch eine sehr spannende. Das Ziel von Marktstudien ist es immer daraus zu lernen und die eigenen Produkte / Prozesse zu verbessern. Auch hier ist wieder Kreativität, als auch Spürsinn gefragt und auch hier gibt es keine vordefinierten Punkte, wie man vorgehen muss/kann. Man ist dazu gezwungen sich immer wieder aufs Neue seinen eigenen Weg zu schneidern. Solche Studien / Analysen werden meistens in einem Team durchgeführt. Zusammen schaut man dann wie man die Produkte/ Angebote verbessern kann oder wie man sogar neue Produkte/ Angebote entwickeln kann, die es so auf dem Markt noch nicht gibt. Das Schöne hier ist wirklich, dass man etwas vollkommen Neues schafft, selbst den Weg dieses Neuen einleitet, es entwickelt und dann letztendlich sehen kann, wie dieses etwas, in das man so viel Arbeit und Aufwand gesteckt hat, dann Einklang auf den Markt findet.

Zusammengefasst liegt das Tolle und Spannende an meiner Tätigkeit darin, dass man stets seinen Horizont erweitert, sei es durch den Kontakt mit diversen unterschiedlichen Partnern, den Kontakt mit den internen Schnittstellen oder aber durch das Analysieren des Marktes.

Wenn jemand den gleichen Karriereweg wie Sie einschlagen möchte – was würden Sie ihm/ ihr raten?

Was ich auf jeden Fall empfehlen würde, sind Praktika.

Einsatz im Studium muss ich niemandem raten. Das ist für mich etwas selbstverständliches. Gute Noten können bei Bewerbungen auf den ersten Blick natürlich nicht schaden. Sie sind jedoch, wie ich feststellen konnte, nicht zwingend notwendig. Es kommt vor allem auf den Menschen an, wie aufnahmebereit er ist und vor allem auch, ob und wie er ins Team passt.

Was ich auf jeden Fall empfehlen würde, sind Praktika. Ich persönlich habe erst zu Ende meines Studiums damit angefangen, würde aber jedem raten, sich schon frühzeitig darum zu bemühen. Nicht nur weil diverse Praktika Unternehmen ein gutes Bild über den Kandidaten geben können, sondern vor allem auch, weil man dadurch eine Menge lernt.

Das Studium ist oftmals primär theoretischer Natur. Dementsprechend sind Praktika eine wunderbare Möglichkeit sich ein praktisches Basiswissen aufzubauen. Die Jobmöglichkeiten in Medienumfeld sind diverser Natur und ich weiß es auch noch aus eigener Erfahrung, dass man sich zu Beginn des Studiums selten einhundertprozent sicher, was genau man später werden will. Praktika im Medienumfeld konfrontieren einen nun mit der jeweiligen Arbeit und können einem so frühzeitig aufzeigen ob die gewählte Richtung die richtige ist. Darüber hinaus sind Praktika auch super Chance, sich zu empfehlen. Wenn man engagiert ist und Leistung abruft, sprich den Kollegen wirkliche eine Hilfe ist, dann wird sich das von den Kollegen auch gemerkt und man wird, sowie es bei mir der Fall war, für Jobmöglichkeiten im Unternehmen empfohlen.

In der Mediengruppe RTL beispielsweise kenne ich sehr viele Kollegen, die ehemals als Praktikanten begonnen haben. Ein Praktikum hilft dem Unternehmen einfach Fragen zu beantworten. Wenn externe Bewerber kommen, kann man sich nicht zwingend sicher sein, ob diese nur so gut von sich reden oder sie wirklich leistungsfähig sind. Als Praktikant ist man den externen hier einen Schritt voraus, da man seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen kann und so aus der Masse hervorsticht. Man sollte auch keine Scheu davor haben nach dem Studium erst einmal noch ein Praktikum anzuhängen, denn auch das kann ein Joböffner sein. Da kenne ich auch sehr viele Beispiele für.

Was im Mediensektor auf jeden Fall benötigt wird, ist Belastbarkeit. Auch in hektischen Zeiten, und die kommen durchaus öfters mal vor, muss man in der Lage sein Ruhe und Kontrolle zu bewahren. Man benötigt auch ein gutes Zeitmanagement, da man oftmals mit mehreren Aufgaben gleichzeitig hantieren muss. Der Chef oder die Teamleiterin kann einem nicht jede Aufgabe bis ins kleinste Detail erklären, weshalb es auch zwingend notwendig ist, Eigeninitiative zu zeigen. Oftmals muss man sich nämlich selbst in neue Sachverhalte hineinarbeiten, was jedoch eine schöne Herausforderung ist.

Selbstbewusstsein ist sehr wichtig. Man sollte sich dessen bewusst sein, was man zu Leisten im Stande ist und auch keine Scheu davor haben, gestandenen Kollegen Vorschläge oder sonstiges zu unterbreiten, auch wenn sie vielleicht ein weitaus größeres Themenwissen besitzen.

Das allerwichtigste ist jedoch Spaß. Man sollte, das was man macht, wirklich lieben, denn nur so kann man sich Tag für Tag motivieren und nur so kann man stets das Beste aus sich herausholen. Es macht keinen Sinn einen Job auszuüben mit dem man sich nicht identifizieren kann, denn so quält man sich nur und nach dem Jobeinstieg dauert es noch ein klein wenig bis zur Rente.

Vielen Dank für diesen interessanten Einblick in Ihren Beruf!

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