Welche Berufswege eröffnen sich eigentlich nach einem Medientechnik Studium? Für Studieninteressenten und -anfänger ist es nicht leicht, Einblicke hinter die Kulissen der verschiedenen Jobmöglichkeiten zu erlangen. Dabei helfen wir. In unserer Rubrik "Medienprofis berichten aus ihrem Beruf" gewähren Absolventen verschiedener Medienstudiengänge Einblicke in ihr Berufsleben.

Im nachfolgenden Interview berichtet Ramona H., Program Managerin bei einem Beratungsagentur, über ihren Werdegang nach dem Studium und ihr Berufsfeld.

Program Managerin
Program Managerin

Program Managerin

Ramona H.

Bachelor Medientechnik und Master Medien- und Bildtechnologie an der FH Köln

Program Managerin bei einer Beratungsagentur

Interview

Liebe Frau H., Sie haben den Bachelor Medientechnik und Master Medien- und Bildtechnologie an der FH Köln studiert. Warum haben Sie sich für dieses Studienfach entschieden und was hat Sie an dem Berufsfeld gereizt?

Ich habe dieses Studienfach (damals noch Diplom Photoingenieurwesen) schon sehr früh, als ich 14 oder 15 Jahre alt war, entdeckt. Irgendwie hat’s gleich „gefunkt“ und ich habe beschlossen, dass ich dieses Studium gerne aufnehmen möchte. Nach der Schulzeit habe ich mich dann trotzdem dazu entschieden, erst einmal praktische Erfahrung auf diesem Themengebiet zu sammeln und habe eine Berufsausbildung zur Fotomedienlaborantin an der RWTH Aachen absolviert. Während dieser Berufsausbildung habe ich mich den Themen digitale Fotografie und Bildverarbeitung/Bildbearbeitung, an denen ich so großes Interesse hatte, von der kreativen Seite angenähert und den praktischen Umgang mit Kameras und Bildbearbeitungssoftware erlernt. An den technischen Prozessen, die dabei im Hintergrund ablaufen, also dem „Innenleben“ der Kamera oder dem Programmcode der hinter der Bildbearbeitungssoftware steckt, war ich aber weiterhin sehr interessiert. Deswegen bin ich meinem „Plan“ auch treu geblieben und habe im Anschluss an die Berufsausbildung dieses ingenieurwissenschaftliche Studium aufgenommen.

Wie sah Ihr Werdegang nach dem Studienabschluss bis zu Ihrem heutigen Job aus? Und was waren die typischen Einstiegsjobs Ihrer Kommilitonen?

Mein Einstieg ins Berufsleben nach dem Studium ist relativ nahtlos vonstatten gegangen. Nachdem ich meinen Abschluss im April 2013 in der Tasche hatte, habe ich mich noch einige Monate weiterhin mit meiner Abschlussarbeit beschäftigt und Artikel für Fachzeitschriften verfasst. Während dieser Zeit habe ich mich bei meinem heutigen Arbeitgeber um eine Praktikumsstelle beworben. Es handelt sich um eine internationale Agentur für integrierte Marketing- und Technologieservices, bei der ich nun im Mobile Experience Studio am Standort Köln seit dem 01. Juli 2013 als Praktikantin im Bereich Program Management arbeite. Zum 01. Dezember werde ich dort eine Festanstellung zur Program Managerin beginnen.

Meine Kommilitonen arbeiten heute in den unterschiedlichsten Bereichen. Einige von ihnen arbeiten als wissenschaftliche Mitarbeiter in Forschungsinstituten im Bereich der medizinischen Bildverarbeitung. Andere wiederum arbeiten bei Rundfunk- und Fernsehanstalten in der Medienproduktionstechnik, z.B als Bildingenieur/in, Cutter/in oder Redakteur/in. Einige meiner Kommilitonen haben eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FH Köln angetreten und arbeiten in Kooperation mit anderen deutschen Universitäten an ihrer Promotion.

Kommen wir zu Ihrem Beruf: Welche Aufgaben haben Sie als Program Managerin?

Als Program Managerin bin ich dafür verantwortlich „Time“, „Budget“ und „Quality“ eines Projekts immer im Auge und im Gleichgewicht zu halten.

Ich arbeite an mobileCommerce-bezogenen Projekten, in denen unsere Agentur beispielsweise Apps, mobileShops oder mobil optimierte Webseiten entwickelt. Dabei bieten wir dem Kunden den Full Service von der Idee, der Konzeption und dem Design, über die Entwicklung und die Qualitätssicherung, bis hin zur Nachbetreuung. Ich arbeite in interdisziplinären Teams von Account Managern, Informationsarchitekten, Designern, Entwicklern und Softwaretestern. Als Program Managerin bin ich dafür verantwortlich „Time“, „Budget“ und „Quality“ eines Projekts immer im Auge und im Gleichgewicht zu halten. Dazu erstelle ich Projektpläne, Staffing-Pläne, wöchentliche Status Reports für den Kunden und muss den finanziellen Stand des Projekts kontinuierlich erfassen und berichten.

Einen Großteil meiner Arbeitszeit verbringe ich in diversen Meetings: Kick Off Meetings, in denen neue Projekte oder einzelne Phasen eines Projekts eingeläutet werden, Meetings zur Ressourcenplanung, Checkpoint Meetings, in denen aktuelle Entwicklungsstände erfasst und die „Next steps“ definiert werden. Außerdem stehe ich in ständigem Kontakt zum Kunden.

An diesem Job mag ich besonders gerne den hohen kommunikativen Charakter und das Arbeiten in interdisziplinären Teams an vielen spannenden und immer wieder neuen Projekten. So wird die Arbeit nie langweilig und man entwickelt sich ständig weiter.

Wenn jemand den gleichen Karriereweg wie Sie einschlagen möchte – was würden Sie ihm/ ihr raten?

Um Agenturarbeit frühzeitig kennenzulernen, würde ich auf jeden Fall empfehlen, noch während der Ausbildung zu versuchen als studentische Hilfskraft oder im Rahmen eines Praktikums „Agenturluft zu schnuppern“.

In meinem Arbeitsalltag als Program Managerin profitiere ich vor allem von den unterschiedlichen Ausrichtungen meiner Ausbildungsstationen. Im Gespräch mit den Designern und Informationsarchitekten greife ich häufig auf Inhalte zu, die mir während meiner Berufsausbildung vermittelt wurden. Wenn ich mich hingegen mit Entwicklern oder Softwaretestern unterhalte, kommt mir mein technischer Background, den ich im Studium erworben habe, zugute. Diese Kombination kann ich daher nur empfehlen.

Perfekt abgerundet wäre die berufsvorbereitende Ausbildung durch einen betriebswirtschaftlichen Masterstudiengang. Wenn man diesen langen Ausbildungsweg einmal hinter sich gebracht hat, verfügt man bereits über wichtige Eigenschaften, die meiner Meinung nach, im Projektmanagement sehr wichtig sind: Durchhalte- und Durchsetzungsvermögen und eine lösungsorientierte und strukturierte Arbeitsweise. Denn im Projektmanagement geht es jeden Tag darum Lösungen zu finden, ob kleine oder große. Um Agenturarbeit frühzeitig kennenzulernen, würde ich auf jeden Fall empfehlen, noch während der Ausbildung zu versuchen als studentische Hilfskraft oder im Rahmen eines Praktikums „Agenturluft zu schnuppern“. Einen guten Einstieg bietet bestimmt auch die Erstellung der Studienabschlussarbeit in Zusammenarbeit mit einem entsprechenden Unternehmen.

Vielen Dank für diesen interessanten Einblick in Ihren Beruf!

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